11. September 2008
Auf dem Webkongress in Erlangen (4.-5. September 2008) habe ich mich im Rahmen eines 45-minütigen Vortrags mit dem Titel “CSS Frameworks - Erwartungen, Mythen und reale Vorteile” etwas tiefer in die Materie der Layout-Frameworks vorgewagt. Dabei war es mir wichtig, entgegen dem allgemeinen Trend zu oberflächlichen Vergleichen der verschiedendsten Projekte, die unterschiedlichen Ansätze und Zielsetzungen von Grid- und CSS-Frameworks sauber herauszuarbeiten.
Einer der wichtigsten Punkte beim Vergleich und der Arbeit mit Layout-Frameworks ist die klare Trennung zwischen anwendungsorientierten Grid-Frameworks und entwicklungsorientierten CSS-Frameworks, da beide Typen vollkommen unterschiedliche Zielsetzungen verfolgen. Anhand der unterschiedlichen Konzepte und verschiedener Beispielprojekte werden Funktionsumfang, gestalterischen Möglichkeiten und auch die grundsätzlichen konzeptionellen Grenzen beider Framework-Typen erläutert.
Auf den Punkt gebracht lassen sich die beiden Typen wie folgt beschreiben:
- Sinn und Zweck von Grid-Frameworks sind schnelle Ergebnisse in der Anwendung.
- Sinn und Zweck eines CSS-Frameworks ist die Bereitstellung einer möglichst leistungsfähigen Entwicklungsumgebung.
Dank der hervorragenden Organisation des Kongresses kann ich an dieser Stelle nun nicht nur die Folien meines Vortrags zur Verfügung stellen (bei Slideshare auch als PDF zum Download), sondern es steht sogar einen Livemitschnitt des gesamten Vortrags im MP3-Format bereit (Download-Link in der Infobox). Ich bitte, den etwas holprigen Start des Vortrags zu entschuldigen - ich musste nach meiner Virusgrippe zunächst vorsichtig meine Stimme testen.
Hinweis: In der PDF-Fassung der Folien sind alle von mir vorgestellten Projekte verlinkt und können somit direkt angeklickt und die jeweiligen Webseiten besucht werden.
Informationen

Der wurde am 4. September 2008 beim Webkongress Erlangen (Direktlink) gehalten.
- Kongress-Homepage
- Vortrag im MP3-Format (42.1 MB)
- Folien im PDF-Format (1.7 MB)
Dienstag, 17.02.09 (14:44 Uhr)
An dieser Stelle möchte ich mich für das zur Verfügung Stellen des sehr anschaulichen Vortrags und der zugehörigen Folienpräsentation bedanken; In den Textwüsten des Internets
wirkt derartiges Material durchaus motivierend für das Selbststudium in Sachen Webgestaltung und –Programmierung und lässt Hochschulstimmung (im positiven Sinne :) ) aufkommen.
Die klare Unterscheidung zwischen Grid- und CSS-Frameworks mit Erläuterung zu den stark differierenden Grundansprüchen musste einmal deutlich gemacht werden. Zu oft liest man im Web Blueprint, YAML und Co unter der thematischen Prämisse „CSS-Frameworks“ (ähnlich wie jetzt^^) ohne weitere Erläuterung in der gleichen Zeile, so dass man sich einem wenig transparenten Angebot gegenüber sieht. Das ist internettechnisch sag ich mal nichts Neues, jedoch mag dies zu ungerechtfertigten Vergleichen und kollektiven Verurteilung der Frameworks führen, gerade bei Leuten, die nicht gerade im Thema knien und sich erst einarbeiten (Parallelen zum Autor sind rein zufällig :-) ).
Ich erinnere mich da an die polarisierende Contraperspektive von Jonathan Cristopher, angesprochen in einem anderen Beitrag unter http://www.highresolution.info/weblog/entry/css_frameworks_in_der_diskussion/
(“Please do not use CSS-frameworks”)
Die englischsprachige, umfangreiche Diskussion im Anschluss des im Beitrag zu findenden Originals hielt ich für wunderbar verwirrend, als da sie die Funktionsweise der CSS-Frameworks anhand von Blueprint kritisierte, dessen Augenmerk in der Funktion ja eher auf dem Grid liegt und das entsprechend große Overheadproblem, bzw. Codeproblem selbstverständlich nach sich zieht. Die dortigen Aussagen und Meinungen selbst möchte ich hier gar nicht anzweifeln, jedoch sehe ich eine solche Diskussionsbasis im Amateurbereich prinzipiell als Halbwissend stiftend und kommunikativ gefährlich an.
Als zugegebenermaßen Angehöriger der Halbwissenden (das Wort wird bei jedem Ausspruch „besser“ :-) )im Bereich der Webgestaltung, sei Herrn Jesse und seinem Vortrag mein Zuspruch sicher. Ich bin mir sicher, dass er auf dem Kongress und auch im Web zur nötigen Informationsbasis beigetragen hat und über frameworkspezifische Meinungsbildung subtil, aber nachhaltig zur Festigung und zum Wachstum der Communities, ob nun von YAML, Blueprint oder der Gegenseiten, beitragen wird.