Vor kurzem habe ich einen knuffigen Bugfix zur Beseitigung des Italics-Bugs vorgestellt. Der Bugfix musste nun aufgrund eines Problems im IE5.x leicht modifiziert werden.
Mein damaliger Beitrag hat daher ein Update erfahren. Die Probleme im IE5.x sollten damit verschwunden sein.
Die allgemeine Suche nach Lösungen zur Parallelinstallation mehrerer IE-Versionen (ausgelöst durch die Ankunft des IE7) ist noch gar nicht lange her. Webentwickler mit Windows Vista schauen allerdings bisher weitgehend in die Röhre, denn mit Vista kommt lediglich der IE7 auf den Rechner. Die älteren IE-Versionen sind unter Vista nicht lauffähig. Beim Umstieg auf Microsofts neues Betriebssystem verliert man als Webentwickler so eine der wichtigsten Testgrundlagen.
Eine Lösung für dieses Problem liefert diesmal Microsoft selbst (über das IEBlog) in Form einer kostenfreien Virtuellen Maschine. Diese liefert einen PC mit Windows XP samt installiertem ServicePack 2 sowie einem vorinstallierten Internet Explorer 6. Die dazu benötigte Software Virtual PC 2007 gibts ebenfalls frei zum Download.
Die Installation des Pakets ist denkbar einfach. Eine neue Virtuelle Maschine anlegen und das VPC-Paket als vorhandene Festplatte einbinden - fertig. Der erste Schritt sollte darin bestehen, die englischen Tastatur über Region and Language Settings im Control Panel (Systemsteuerung) auf eine deutsche Tastatur umzustellen. Damit lebt und arbeitet es sich deutlich angenehmer. Zwar ist die mitgelieferte XP-Version im Funktionsumfang ein wenig limitiert (keine Programmauswahl über’s Start-Menü, keine Schnellstartleiste), jedoch lässt sie sich dennoch leicht erweitern.
Dank des Umstands, einen vollständigen XP-Rechner im Fenster laufen zu haben, lassen sich nun all die IE-Versionen wieder installieren, denen unter Vista kein Leben mehr einzuhauchen war und ggf. gleichzeitig noch ein paar weitere Testbrowser und Entwicklertools.
- Multiple IE-Versions [IE 3.01 - 6.0] (IE6 wird hiervon nicht benötigt)
- Internet Explorer Developer Toolbar Beta 3
- Firefox 2.x und Firefox 1.5.x
- Firebug Extension für Firefox
- Web Developer Toolbar für Firefox
- Firefox Browserarchiv
- Netscape 8.1.3
- Netscape Browserarchiv
- Opera 9.2
- Opera Browserarchiv
Mit dieser Auswahl ist man auch unter Vista recht gut abgesichert, zumindest was die Browserwelt unter Windows anbelangt. Die virtuelle Maschine hat in der Regel automatisch Zugriff auf vorhandene LAN/WLAN-Netze und damit Zugriff aufs Internet. Lokale Daten werden über Verzeichnisfreigaben recht komfortabel innerhalb der Virtuellen Maschine als Laufwerke bereit gestellt und ermöglichen somit auch lokale Tests.
Firefox 2.x und der Internet Explorer 7 haben offensichtlich massive Probleme beim Ausdrucken von Containern mit den Eigenschaften overflow:hidden und overflow:auto. Gleiches gilt für den Internet Explorer 7 bei Verwendung der Eigenschaft overflow:auto. Der Inhalt des Containers läuft jeweils bereits in der Druckvorschau über den unteren Seitenrand hinaus und wird dann willkürlich abgeschnitten. Ein Umbruch der Inhalte auf eine neue Seite innerhalb des Containers findet nicht statt.
Statt dessen wird im Extremfall der gesamte Container auf eine neue Seite umgebrochen und die Inhalte am Ende dieser Seite abgeschnitten. Auf diese Weise entstehen unter Umständen auch noch große Leerräume bzw. komplett leere Seiten im Ausdruck. Ich habe einen kleinen Testcase eingerichtet, um das Nachvollziehen des Bugs in den beiden Browsern zu erleichtern. Schauen Sie sich den Testcase dazu einfach in der Druckvorschau an.
Die aktuellen Versionen des Opera und des Safari sind nicht von diesem Problem betroffen. Da ich die restlichen IE-Versionen derzeit leider nur als Standalone-Fassungen habe, konnte ich die älteren IE-Versionen leider nicht testen, da die Druckvorschau nur mit einer sauberen Installation funktioniert. Über entsprechende Berichte würde ich mich freuen ...
Gerade habe ich in die Kommentare zu Gerrits Rezension meines Buches - für die ich mich hiermit herzlich bedanken möchte - geschaut und dabei ein Thema entdeckt, dem ich mich in der Vergangenheit immer wieder stellen musste, bisher jedoch keinen Blogbeitrag dazu verfasst hatte.
Stein des Anstoßes in allen Diskussionen dieser Art, die ich bisher miterleben durfte, ist die “große” Anzahl von vordefinierten DIV-Containern innerhalb der Quelltextstruktur von YAML. Die Kritik bezieht sich dabei in erster Linie auf die Schachtelungstiefe der Container bis zum eigentlichen Inhalt. Gleiches ist auch für die Grids von Yahoo zu vermuten. Ich möchte hier nicht die Quelltexte auseinander nehmen. Wer die Projekte nicht kennt, für den stehen die jeweiligen Online-Dokumentationen (Grids & YAML) bereit. Stattdessen möchte ich einige, ggf. kontroverse Thesen in den Raum werfen, um die Diskussion anzuregen.
Es stellt sich die Frage: Steht ein XHMTL/CSS-Framework (wie YAML oder Yahoo Grids) ernsthaft in Konkurrenz zu dem Ziel, schlanken Code zu erzeugen?
Dass YAML sich hervorragend für die Erstellung flexibler Layouts eignet, hat sich mittlerweile - zumindest im deutschsprachigen Bereich - schon sehr weit herumgesprochen. Dass sich YAML auch über die deutschen Grenzen hinaus herumgesprochen hat, wurde mir vor kurzem so richtig deutlich.
Ich bekam eine freundliche Mail von Pralos Filo, dem Koodinator des ukrainischen KDE Entwicklerteams. Er wollte gern mein O.K. für die Einbindung von YAML in einen neuartigen Linux-Desktop. Das Projekt mit dem Namen “P.I.O.S. for all” (eine Webseite ist bereits in Vorbereitung) klingt außerordentlich spannend. Auf Grundlage eines Entwicklerzweigs des KDE-Desktops der Version 4, soll ein völlig neuer Ansatz bei dem Rendering der Oberfläche verfolgt werden, die vollständig als Weboberfläche zu verstehen ist. Die Basis der Rendering-Engine wird dabei die KHTML-Bibliothek sein, die auch Konqueror und Apples Safari (indirekt) antreibt. Dieser Desktop nutzt XML, XHTML, CSS, Javascript und XSLT. Interne Basis der Fensterroutinen soll YAML werden, da es sich für die Darstellung flexibler Inhalte bereits bestens bewährt hat. Die Dynamik wird von jquery beigesteuert. Eine erste Alpha-Version soll Ende April vorgestellt werden. Auslöser der Idee war wohl Trovsters XHTML/CSS-Version des XP-Desktops.
Welche Vorteile hat ein solcher Desktop? Er vereint die Stabilität und Effektivität aktueller Webtechnologien und erlaubt Nutzern wie Softwareentwicklern einen einfachen und direkten Eingriff in die Oberfläche. Für den Nutzer bieten sich damit ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten. Die Wahl eines Hintergrundbildes ist in P.I.O.S. nicht mehr als kalter Kaffee. Auf diesem Desktop können sogar die Hovereffekte der Systemicons nach Belieben modifiziert werden, wenn man sich ein klein wenig mit CSS und Javascript auskennt. Für Softwareentwickler könnte der Deskop ebenfalls sehr interessant werden, weil auf diese Weise die Grenzen zwischen der Offline- und Onlinewelt bei der Erstellung von Benutzeroberflächen entgültig verschwinden. Dank CSS und der Flexibilität von YAML lässt sich der Desktop sehr leicht an unterschiedlichste Ausgabemedien vom 24’’ TFT bis hin zum PDA anpassen. Er kommt dabei mit einem Minimum an Speicherplatz aus. Weitere Anwendungsmöglichkeiten bieten sich im Sektor der Unterhaltungselektronik (z.B. HiFi-Anlagen), wo grafische Benutzeroberflächen immer beliebter werden, bei gleichzeitig begrenzten Hardware-Resourcen. Und in allem mitten drin: YAML.
Sobald es Neuigkeiten zu vermelden gibt, werde ich natürlich hier weiter davon berichten, bis dahin noch ein schönes Wochenende.
Nachtrag 2. April: Vielen Dank fürs Mitmachen an alle, die wussten, was läuft und diesen Beitrag verlinkt haben. Ein fröhliches “April, April ...” an alle, die mir geglaubt haben. Übrigens, “PIOS for all” und “Pralos Filo” sind zwei Anagramme für “Aprils Fool”.
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- molily | 30.07.10 (20:21 Uhr)
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