Sonntag27. September 2009

Der YAML Builder ist spätestens seit Version 1.0 eines der komfortabelsten Werkzeuge bei der Arbeit mit dem YAML-Framework. Nachdem ich in der Vergangenheit immer wieder nach einer Offline-Version gefragt wurde, habe ich mich heute hingesetzt und eine erste Implementation in Adobe AIR gebastelt.

Im Grunde ist der Umstieg auf Adobe AIR nicht weiter schwer und so bringt die AIR Applikation gleich mehrere Vorteile mit sich. Zum einen ist kein Flash-Plugin mehr erforderlich denn AIR bringt eine native Unterstützung zur Befütterung des Clipboards mit. Zum zweiten – und das dürfte der interessantere Punkt sein – hat man in einer Adobe AIR Applikation Zugriff auf das lokale Filesystem. Und drittens benötigen AIR Applikationen keinen Browser und auch keine Internetanbindung mehr, womit sich auch die Anwenderfreundlichkeit weiter erhöhen dürfte.

Der Screenshot des experimentellen YAML Builders unter AIR zeigt deshalb bereits ein neues Feature, den vollständigen Exports des YAML-Projekts in ein lokales Nutzerverzeichnis. Die copy & paste Orgien könnten damit der Vergangenheit angehören. Der vom Builder generierte Code kann mit einem Klick lokal gesichert werden als indiviudell konfiguriertes “Simple Project”. Parallel steht die Clipboard-Ausgabe einzelner Files weiterhin zur Verfügung.

Das ist zunächt einmal ein Testbalon – zu einer stabilen Version ist noch ein Stückchen hin. Im nächsten Schritt werde ich mir anschauen müssen, wie unter AIR die Versionsverwaltung und automatische Updates funktionieren, sonst macht eine solche Applikation auf Dauer keinen Sinn. Das ist der Vorteil eines Online-Dienstes, hier hat man immer volle Versionskontrolle.

Natürlich schreibe ich diesen Blogbeitrag nicht grundlos. Ich möchte Feedback zu dieser Idee an sich und weitere Tipps für kleine Änderungen, welche bei dieser Gelegenheit gegebenenfalls am Builder vorgenommen werden könnten/sollten. Falls jemand der Mitlesenden bereits Erfahrungen mit Adobe AIR gesammelt hat wäre ich ebenfalls dankbar, wenn ich gelegentlich die eine oder andere Frage loswerden könnte, die sich sicherlich noch auftun wird.


Freitag25. September 2009

Gestern, am 24.9. hatte ich die Ehre, zusammen mit David Maciejewski auf dem “Best of Accessibility” Symposium über Möglichkeiten zur Optimierung der Ladezeiten von Webseiten zu sprechen. David war so freundlich und hat die Folien bereits bei Slideshares hochgeladen, sodass ich sie hier zur Verfügung stellen kann.


Mittwoch23. September 2009

Zu lesen gibts hier im Moment ja nicht allzuviel, deshalb will ich wenigstens kurz eine Statusmeldung geben, was für die nächsten 2..3 Monate so geplant ist.

Veranstaltungen & Vorträge

Heute Nachmittag geht mein Flieger nach Düsseldorf, wo morgen zum Dritten Mal das “Best of Accessibility” Symposium stattfinden wird. Veranstalter des Symposiums sind wie immer die Herren Ansgar Hein und Jörg Morsbach von Anatom5.

Zusammen mit David Maciejewski (Mr. Technikwürze) werde ich dort einen Vortrag zum Thema “Performance-Optimierung: Barrierefreiheit beginnt mit Ladezeiten” halten. Ich freue mich bereits riesig darauf, genauso wie darauf, endlich mal Chris Heilmann persönlich kennenzulernen und natürlich auch das eine oder andere bisher unbekannte Gesicht aus der Blog- und Twitterwelt. Die Folien unseres Vortrages wird es natürlich im Anschluss auch hier im Weblog bzw. bei Slideshares geben.

Im November gehts weiter mit gleich zwei Veranstaltungen. Am 12.11.2009 werde ich in Dresden beim “World Usability Day” einen Vortrag zu den Herausforderungen moderner Webentwicklung halten. Eine Woche später gehts nach Karlsruhe zur Webtech 2009. Dort wird es mich gleich zweimal geben. Zum einen werde ich einen Ausblick über die Zukunft von CSS-Frameworks im professionellen Alltag wagen, zum anderen werden Nocolai Schwarz und ich im “Webstandards Day” Track (dem inoffiziellen Webkrauts-Track) gemeinsam über “Best Practices in JavaScript und CSS” vortragen.

YAML & Friends

Auch bei YAML ist kein Stillstand. Zwar sind die Release-Zyklen etwas länger geworden, doch das sollte bei der Reife des Frameworks nicht weiter stören. Im Verlauf des letzten halben Jahres hat sich die Browserwelt deutlich verändert. Der Internet Explorer 8 ist ebenso in seiner finalen Fassung erschienen wie der Firefox 3.5, Safari 4 und kürzlich Opera 10. Auf die neuen Browsergenerationen gilt es zu reagieren und demzufolge wird es einige Anpassungen des Frameworks geben, die zum Teil bereits im YAML-Forum diskutiert wurden. Daneben gibts mit YAML 3.2 weitere Verbesserungen und Erweiterungen des Frameworks, unter anderem:

  • Einen deutlich schlankeren Framework-Core
  • Verbesserungen beim Formularbaukasten
  • Eine neue und komfortablere Skiplink-Lösung

Natürlich ist das nicht alles, mehr Informationen wird es geben, sobald der Releasetermin für YAML 3.2 in Sichtweite rückt. Über den schlankeren Core habe ich ja bereits in einem früheren Blogbeitrag kurz ein paar Worte verloren. Daneben wurden auch die “Begleitprojekte”, der YAML Builder und YAML Debug im letzten halben Jahr still und leise weiter verfeinert. So steht seit einigen Wochen im YAML Builder die seit Veröffentlichung von Flash 10 von vielen Nutzern schmerzlich vermisste “Copy to Clipboard” Funktionalität wieder zur Verfügung und auch YAML Debug nähert sicht nach zahlreichen Bugfixes und kleinen Verbesserungen unter der Haube langsam der Version 1.0 und dem Verlassen des Beta-Status. Besonders freut mich, dass YAML Debug im Mozillas Open Web Tool Directory gelistet ist.

Soweit die Infos zu YAML, die Veröffentlichung der Version 3.2 ist für den Oktober anvisiert.

Geheimniskrämerei

Und abschließend folgt jetzt noch eine Grund für die Ruhe der vergangenen Monate hier im Blog, die vermutlich auch noch bis zum Ende des Jahres (mit gelegentlichen Wortmeldungen) anhalten wird. Ich arbeite seit ca. 4 Monaten intensiv an einen neuen Großprojekt (aktueller Stand: ca. 5500 Zeilen Code) welches – wenn es planmäßig weiter geht – im Spätherbst die ersten ausgesuchten Betatester empfangen wird. Mehr Infos gibt es momentan nicht.

So, das war’s für heute. An alle BOA-Besucher, wir sehen uns morgen.


Freitag04. September 2009

Transparenz-Effekte können – wenn man sie gezielt einsetzt – ein äußerst attraktives Stilmittel innerhalb des Layouts sein. Die Eigenschaft opacity beschreibt die Deckkraft eines Elementes und ist deshalb neben alphatransparenten PNGs oder den alphatransparenten RGBa-Farben von CSS3 eine der drei möglichen Grundtechniken, um Transparenz-Effekte zu erzeugen. Also, was soll man nun nehmen?

Alphatransparente PNG Grafiken sind der wohl einfachste Weg, denn es muss lediglich eine entsprechende Grafik erstellen und einbinden. Der grafische Ansatz hat den Vorteil, dass sich jeder erdenkliche Transparenzverlauf erstellen lässt. Nachteilig ist jedoch: dem Internet Explorer muss der fehlerfreie Umgang mit transparenten PNGs erst durch performanceraubende Hacks (PNG Fix) beigebracht werden. Zudem ist hier immer eine Grafik im Spiel, was schnelle Änderungen unnötig verkompliziert.

Geht es lediglich um einfarbige transparente Flächen oder Hintergründe, so stehen RGBa-Farben und die opacity-Eigenschaft als reine CSS-Alternativen zur Verfügung. Doch auch hier geht es nicht ohne Stolpersteine weiter. RGBa ist Bestandteil von CSS3 und wird momentan nur von den aktuellen Versionen des Firefox sowie den Webkit-Browsern Safari und Chrome unterstützt. Weder Opera, noch der Internet Explorer spielen mit. Für den Internet Explorer gibt es - einmal mehr - einen proprietären Kniff, womit wir der Lösung schonmal einen großen Schritt näher währen. Allerdings gibt es für Opera keine Lösung, es an dieser Stelle mit RGBa momentan noch nicht weiter geht.

Verbleibt also nur noch die CSS-Eigenschaft opacity. Opera unterstützt diese Eigenschaft und beim Internet Explorer sind wir mit dem eben bereits erwähnten Filter-Tricks dabei. Als Ausgangsbasis haben wir somit erst einmal alle Browser mit an Bord. Dummerweise wirkt opacity jedoch nicht nur auf den Hintergrund eines Elementes, sondern Vordergrund UND Hintergrund, einschließlich der eingeschlossenen Child-Elemente sind von den gewählten Transparenz-Einstellungen betroffen. Um einen transparenten Hintergrund zu erzeugen, vor dem dennoch nicht-transparente - und damit gut lesbare - Inhalte platziert werden können, muss daher noch eine kleine CSS-Krücke bemüht werden - ein absolut positioniertes Hilfselement.

<div class="parent colorA">
<p>Container A hat einen einfarbigen Hintergrund.</p>
</div>

<div class="parent opacity-wrapper" style="top: -130px; left: 150px;">
  <div class="colorB opacity"></div>
  <p>Container B hat einen alphatransparenten Hintergrund.</p>
  <div class="child">Child-Container ohne Transparenz</div>
</div>

Der Container .parent erhält die gewünschte Geometrie, jedoch keinen, bzw. einen volltransparenten Hintergrund ( background: transparent; ). Die eigentliche Hintergrundfarbe oder -grafik wird an den Childcontainer mit der Klasse .opacity vergeben. Dieser wird innerhalb von .parent absolut positioniert und erhält sinnvollerweise relative Dimensionen (width: 100% und height: 100%), damit das Spielchen unabhängig von der Größe des Elternelementes immer funktioniert. Damit die absolute Positionierung auch greift, muss das Elternelement (.parent) ebenfalls positioniert sein. Über die Klasse .opacity-wrapper wird dem Elternelement daher die Eigenschaft position:relative zugewiesen.

Damit das Hilfselement auch wirklich hinter den eigentlichen Inhalten gerendert wird, muss es VOR den Inhaltselementen im HTML Code erscheinen, demzufolge steht es an erster Stelle. Alternativ könnte man es per z-index in den Hintergrund rücken. Gäbe es den Internet Explorer 6 nicht, wären wir fertig. Dummerweise hat dieser Browser gerade bei positionierten Elementen ein Problem mit der korrekten Berechnung der Elementbreite des .opacity Elements. - die prozentualen Angaben für width und height werden falsch berechnet, sobald Randabstände oder definierte Höhen im Spiel sind. Hier hilft leider wirklich nur die Brechstange, deshalb weise dem Container eine fiktive Dimension von 2000px in Höhe und Breite zu, was eigentlich auch in jedem Fall groß genug sein dürfte. Damit die so provozierte Übergröße am Bildschirm nicht zum Problem wird, wird die Klasse .opacity-wrapper durch die Eigenschaft overflow:hidden erweitert. Damit sind wir fertig, hier das vollständige CSS:

.parent { 
  color: #fff;
  height: 200px;
  width: 50%;
  padding: 20px;
  margin-right: 10px;
}

.child { 
  background: #ff0; 
  color: #000; 
  height: 50px; 
  padding: 10px;
}

.colorA { background: #88a; }
.colorB { background: #668; }


/* partial opacity hack: configuration */
.opacity { 
	opacity: 0.5;		/* modern browser */
	-moz-opacity: 0.5;	/* older Mozilla browser */
	-ms-filter:"progid:DXImageTransform.Microsoft.Alpha(Opacity=50)"; /* IE8 in Standard Compliant Mode */
	filter:alpha(opacity=50); /* IE5.x -7.0 */
} 

/* partial opacity hack, part I: Don't change the following properties! */
.opacity-wrapper,
.opacity-wrapper * {
	position:relative;
}

.opacity { 
	/* partial opacity hack, part II: Don't change the following properties! */
	width: 100%;
	height: 100%;
	position:absolute;
	top:0;
	left:0;
} 

/* partial opacity hack, part III: IE6 support */
* html .opacity-wrapper { 
	overflow:hidden;
}
* html .opacity { 
	width: 2000px; 
	height: 2000px;
} 

Ich habe im CSS die Farbklassen (.colorA, .colorB)  und den technischen Teil (.opacity, .opacity_wrapper) bewusst als unabhängige CSS-Klassen formuliert, denn so lässt sich diese Technik ohne Änderungen auf jede beliebige Geometrie und mit jeder Hintergrundfarbe oder -bild ohne Änderungen wiederverwenden.

Das vollständige Beispiel mit flexibler Containerbreite kann man sich dieser Demoseite ansehen.

Update: Drüben Yatil.de stellt Eric Eggert eine deutlich schlankere Alternative vor, die auf RGBa basiert und mit mit dem soeben erschienenen Opera 10 nun auch endlich auch im letzten wichtigen Browser funktioniert. Wer keine älteren Browserversionen unterstützen muss (Opera 9 oder Firefox 1.x) kann bedenkenlos zugreifen. Ich verwende diese Technik ebenfalls bereits einige Zeit in YAML-Debug und kann sie daher guten Herzens empfehlen.

Die hier vorgestellte opacity-Lösung bietet sich demzufolge für ältere Browser an oder wenn man anstatt einer Hintergrundfarbe ein teiltransparentes grafisches Muster hinterlegen will, ohne auf PNG’s und die dafür notwendigen JS-Fixes zurückgreifen zu müssen.


Seite 1 von 1 Seiten