Hausinternes
... oder wie es die Prophezeihung in den alten Schriften von Kobol ankündigt: "Dies ist alles schon einmal passiert, es wird wieder passieren". Leider sind die wenigsten Gruselgeschichten so gut, dass man sich auf eine Fortsetzung freut. Dennoch präsentiere ich heute den offiziellen Nachfolger meines letztjährigen Wintermärchens.
Die Vorgeschichte
Es begab sich im Sommer zu 2009, als ein aufstrebener Webentwickler, ich nenne ihn Herrn X. seine eigene Webseite neu einrichten wollte. Da die eigene Kreativität wohl gerade gemeinsam mit seinem Verstand auf Badeurlaub in der Karibik waren, griff Herr X. von jeglichen Hemmungen befreit in eine der unteren Schubladen des guten Benehmens, setzte seine copy & paste Mütze auf und streifte durchs Internet: Warum sich etwas neu ausdenken, was andere schon so übersichtlich und ansprechend hinbekommen haben? Letztlich sind wir doch eh eine große Familie im Web … und so fand er meine Webseite. Und diese gefiel ihm vom Aufbau und Design so einmalig gut, dass er seine ganz genauso aufgebaut und aussehen sollte. Nur hier und da einige winzige Änderungen – der individuellen Note wegen – ein Tüpfelchen Farbe hier und eine runde Ecke da, ganz dezent natürlich, die Vorlage war für ihn schließlich schon so nahe der Perfektion. Schön auch, dass ich seinerzeit einen längeren Blogbeitrag zu meinen Designentscheidungen verfasst hatte. Das hatte auch Herr X. bemerkt und erwähnenswerte Passagen kurzerhand in den Relaunch-Beitrag seines neuen Layouts übernommen.
Einige Monate später trug es sich zu, dass ich beim Sichten einiger Kommentare zufällig auf der schönen neuen Webseite des Herrn X. landete und dort ein ein selten-klares Déjà-vu erlebte. Das alles hatte ich schon mal gesehen … ja richtig, bei mir selbst. Und weil ich wenig begeistert war, die Mühen meiner Freizeit weitgehend deckungsgleich als das Aushängeschild des "professionell" arbeitenden Herrn X. wiederzuerkennen (einzelne Grafiken flossen sogar in eines seiner Referenzprojekte ein), kontaktierte ich Herrn X. per Skype um ihm mein Unbehagen bezüglich seines Handelns zu verdeutlichen. Herr X. berief sich im weiteren Verlauf auf selektiven Gedächtnisausfall ("Ich weiß nicht, was ich mir dabei gedacht habe.") gab jedoch nach mühsamer Diskussion, wie anders ein eigenständiges Layout denn mindestens sein müsse, letztlich doch nach und beseitigte das Problem weitgehend. Damit war das Thema aus der Welt und die Welt drehte sich langsam weiter…
Vor etwas mehr als 8 Monaten hat dieses Webseite ein umfassendes Redesign erfahren. Damit einher ging ein Testballon, meine Eigenentwicklung einer dynamischen Kommentaransicht. Die Kommentare erscheinen jeweils rechts neben den Blogbeiträgen, ältere Kommentare werden dynamisch ausgeblendet, damit auch bei vielen Kommentaren kein Zaunlattenlayout (the long tail) entsteht, welches endloses Scrollen erfordert. Nach fast einem dreiviertel Jahre wird es Zeit, sich über die Zukunft dieses Features ein paar Gedanken zu machen.
Die dynamische Kommentaransicht wurde mit jQuery realisiert und blendet die jeweils neuesten 5 Kommentare ein. Ältere Kommentare werden dynamisch paginiert und können bei Interesse entweder in schrittweise (jeweils 5 Kommentare) oder vollständig aufgeklappt werden. Anfängliche Schwierigkeiten mit dem Anspringen der neuesten Kommentare von der Highresolution-Startseite waren schnell behoben. Ebenfalls bereits seit ein paar Monaten gibt es auch den von Alexander Farkas angeregten Yellow-Fade-Effekt, mit dem der angesprungene Kommentar kurzzeitig gelb hervorgehoben wird.
Im damaligen Relaunch-Artikel gab es insgesamt viel Lob aber auch einige kritische bzw. bedenkliche Stimmen, was die Position der Kommentare bzw. die ungewohnte Art der Präsentation angeht.
8 Monate später ist mein Resümee dieses Experimentes durchweg positiv. Ein Absinken des Kommentaraufkommens konnte ich nicht feststellen, das neue Bloglayout hat eher dafür gesorgt, dass viele neue Leser offensichtlich gern in diesem flexiblen Layout verweilen und durchaus auch gern und umfangreich kommentieren – obwohl ich durchschnittlich kaum mehr als 3 Beiträge pro Monat schreibe. Optisch hat die Lösung die gesetzten Ziele voll erfüllt, denn das Layout ist auf dein meisten Artikelseiten sehr gleichmäßig ausgelastet und die rechte Spalte läuft nicht mehr ins endlos nach unten. Meine Leser scheinen – zumindest ist das mein Eindruck – mit der Kommentaransicht gleichfalls gut zurecht zu kommen, denn Diskussionen innerhalb der Kommentare finden auch gelegentlich statt.
So gesehen, werde ich dieses Feature also beibehalten und möchte deshalb hier die Frage in den Raum stellen, ob grundsätzlich Interesse an einer Plugin-Lösung auf jQuery-Basis für die dynamische Kommentaransicht besteht? Der Quelltext befindet sich grundsätzlich in recht ordentlichem Zustand, sodass die Umwandlung in ein Plugin keinen zu großen Aufwand bedeuten würde. Allerdings stellt sich eben zuvor die Frage, ob überhaupt Interesse an dieser Darstellungsform besteht – nicht nur an einer exemplarischen Umsetzung sondern auch das Interesse, ein solches Plugin im eigenen Blog einzusetzen. Ich bin gespannt auf Eure Antworten.
s war einmal vor langer Zeit in einem kleinen idyllischen Örtchen Kleve nahe der deutsch/holländischen Grenze. Dort lebte Herr K., pflegte liebevoll sein Weblog und beschäftigte sich mit Webdesign. Eines schönen Tages im Herbst 2007 ging Herr K. plötzlich ein genialer Gedanke nicht mehr aus dem Kopf: “Wie schön könnte die Welt doch sein, wenn man der eigenen Arbeit im Bereich Webdesign eine robuste, wiederverwendbare Basis (neudeusch: CSS Framework) zu Grunde legen könnte”. Und so zog Herr K. aus in die Welt des Internets, um Ausschau nach einem geeigneten Projekt zu halten. Auf seiner Suche durch den düstren Frameworkswald begegnete er einem drolligen Ding namens YAML. Und wer hätte es gedacht - es gefiel ihm. Es gefiel ihm sogar so gut, dass er sich gar nicht mehr davon trennen mochte.
Doch wie einst Saurons “einer Ring” den Verstand von Gollum vergiftete, so hatte auch dieses YAML-Ding scheinbar eine vergleichbare magische Anziehungskraft auf Herrn K. und wenn man ganz leise war, konnte man bereits das Flüstern hören: “Mein Schatzzzzzzzzz ...”. Unaufhaltsam getrieben von einer inneren Stimme begann Herr K. die Urheberrechtsangaben in den YAML-Dateien umzuschreiben. Erst ersetzte er nur den Namen des Autors, später folgte die Projekt-URL – doch die Stimme wollte mehr und flüsterte ihm immer wieder vier Buchstaben zu. Und so ersetzte er auch noch den Schriftzug YAML durch “wxyz” (Anmerkung des Erzählers: Name zufällig entfallen). Und zum ersten Mal nach langer Zeit – so spürte Herr K. – fühlte sich dieses ehemals-YAML-jetzt-WXYZ-Ding gut an. Er hatte etwas Eigenes geschaffen – dachte er.
am 4. und 5. September findet der Webkongress Erlangen unter dem Thema “Web 2.0 - Die Zukunft der Webtechnologien” statt, auf dem ich als Referent und gespannter Zuhörer vertreten sein werde.
In meinem Vortrag über CSS Frameworks werde ich die verschiedenen Konzepte und Vertreter vorstellen, Anwendungsmöglichkeiten und auch deren Grenzen aufzeigen und versuchen, einige Mythen rund um dieses oft leidenschaftlich diskutierte Thema anhand einiger Pro- und Contra-Thesen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten. An den Folien arbeite ich gerade, sie werden nach der Veranstaltung natürlich in den Spotlights veröffentlicht werden.
Daneben freue ich mich auf zahlreiche unterhaltsame und interessante Fachvorträge von beispielsweise Paul Bakaus, dem Chefentwickler von jQuery UI, den Vorträgen von Ansgar Hein, Tomas Caspers, Jens Grochtreis, Nikolai Schwarz und vielen anderen. Insgesamt sind die beiden Tage gespickt mit zahlreichen spannenden Themen, sodass die Pausen vermutlich verdammt knapp werden. Hinzu kommen am Donnerstag die Lightning-Talks, in denen es kurz und knapp zur Sache gehen wird.
Ich hoffe auf eine lockere und gemütliche Atmosphäre und viele anregende Gespräche. Die Anmeldung zum Kongress ist übrigens nur noch bis zum 31. August (diesen Sonntag) möglich. Wer also dabei sein will, sollte sich beeilen.
Wir sehen uns in Erlangen. Ich werde übrigens bereits am Mittwoch Abend im Hotel eintreffen.
Nun hat es zwar etwas länger gedauert, trotzdem habe ich nicht vergessen, dass ich noch etwas zur technischen Ausstattung der Seite verraten wollte. Das möchte ich hiermit nachholen. Im letzten Teil der kleinen Relaunchserie widme ich mich dem Herz der Seite, dem verwendeten Content-Management-System.
ExpressionEngine, das etwas andere CMS
Die von Ellislab entwickelte ExpressionEngine erblickte 2005 als offizieller Nachfolger des Blogsystems pMachine das Licht der Welt und erfreut sich seitdem – vor allem im englischen Sprachraum – großer Beliebtheit. Die Besonderheit der ExpressionEngine liegt in Ihrer extremen Flexibilität im Umgang mit nahezu beliebigen Datenstrukturen. Webseiten im herkömmlichen Sinne (also quasi statische Seiten) kennt ExpressionEngine hingegen nicht. Dafür kann der Nutzer nahezu beliebige Datenstrukturen anlegen (z.B. ein Weblog mit den Feldern Titel, Abstract, Inhalt und Extras) und diese Datenstrukturen an beliebiger Stelle im Layout und in beliebiger Gestalt ausgeben.
Was zu Beginn nach einem etwas besseren Blogsystem aussieht, offenbart sich bei genauerem Hinschauen und Probieren als unglaublich flexibel einsetzbares Content-Management-System. Der Focus des Systems liegt dabei eindeutig auf dynamischen Datenstrukturen und deren Verknüpfung und Ausgabe. Demzufolge hat man bei den ersten Berührungen mit der ExpressionEngine unter Umständen so seine Schwierigkeiten, weil mit seitenbasiertem Denken hier nicht viel zu holen ist. Einen Seitenbaum oder einen Generator für möglichst tief verschachtelte Menüebenen sucht man hier vergebens. Wer also nur ein paar statische Seiten bequem über einen Online-WYSIWYG-Editor pflegen will, für den ist die ExpressionEngine sicherlich nicht die erste Wahl.
Wer es allerdings mit großen Datenmengen und verschiedensten Datenstrukturen (Newsbeiträge, Events, Adressen, Kundendaten, u.v.a.m.) zu tun hat, für den eröffnen sich unglaubliche tolle Möglichkeiten für deren Verwaltung und Darstellung, bei denen herkömmliche CMS schnell die Ohren anlegen.
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