YAML
Mittwoch12. Juni 2013

Das Warten ist endlich vorbei. Heute am frühen Morgen (7:50 Uhr Ortszeit) hat die Version 4.1 von YAML das Licht der Welt erblickt. Für mich endet damit mehr als nur eine 6 monatige Entwicklungszeit, doch dazu mehr am Schluss dieses Beitrags. Zunächst möchte ich die neue Version vorstellen und ein wenig über die Hintergründe erzählen.

Github

Die Projektdateien von YAML liegen ab sofort auf Github. Über viele Jahre habe ich YAML in einem privaten SVN Repository gepflegt und bin damit als Einzelentwickler auch sehr gut gefahren. Doch auch wenn SVN ein, zwei wirklich liebenswerte Features hat, ist Git ein großes Stück anwenderfreundlicher, weshalb ich bei anderen Projekten schon seit Jahren mit Git arbeite. Der Umstieg bei YAML war dennoch nicht ganz einfach, weil ich lange mit mir gerungen habe, in wie weit die Versionsgeschichte aus dem SVN Repro in das Git-Projekt herüber gerettet werden sollte – schließlich geht es um mehrere Jahre nachvollziehbarer Entwicklungsarbeit. Letztlich führte eine Entscheidung an anderer Stelle dazu, dass diese Gedanken hinfällig waren und ich mit einem mehr oder minder frischen Repro gestartet bin, und zwar die, YAML 4.1 auf dem im Herbst letzten Jahres veröffentlichten Sass-Port von YAML 4.0.2 aufzubauen.

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Freitag26. Oktober 2012

Präprozessoren sind seit einigen Jahren bei vielen Frontend-Entwicklern ein beliebtes Hilfsmittel, um den Arbeitsalltag zu erleichtern. Das beginnt bei einer kompakteren Schreibweise, der Möglichkeit Variablen zu verwenden, wiederkehrende CSS-Bausteine als wiederverwendbare Module zu konfigurieren, bis hin zum automatischen Zusammenfügen und Minifizieren mehrerer CSS-Dateien für den Live-Betrieb.

Heute morgen nun habe ich meine erste Portierung meines CSS Frameworks YAML in den Präprozessor Sass als öffentliche Betafassung auf Github online gestellt. Ich habe mich bemüht, den aktuellen Stand von YAML (Version 4.0.2) vollständig abzubilden. In der jetzigen Betaphase bitte ich daher Sass-affine YAML Nutzer, sich das Projekt genau anzuschauen und nach Bugs zu durchstöbern, um es so schnell wie möglich in einen stabilen Zustand zu überführen.

Langjährige YAML Nutzer brauchen übrigens keine Angst zu haben, sich jetzt auch noch zwingend mit einem CSS-Präprozessor anfreunden zu müssen. Denn das Sass-Projekt läuft parallel zu der “statischen” Variante von YAML. Wem Sass nicht schmeckt, der darf es auch in Zukunft einfach links liegen lassen.

Vorteile der Portierung?

Sass ermöglicht eine individuelle Konfiguration des Frameworks und eine einfachere Integration des Frameworks in den Sass-Workflow. Beispielhaft seien folgende Vorteile genannt:

  • Individuelle Konfiguration der base.css: Alle Core-Module können optional abgeschaltet werden.
  • Zusammenfassen und Minifizieren der verschiedenen CSS-Bausteine eines komplexen Layouts benötigt keinen separaten Arbeitsschritt mehr
  • Vertical Rhythm: Die Schriftgrößen von Überschriften und Fließtext können vollständig über Variablen konfiguriert werden. Sämtliche abhängigen Werte (Zeilenhöhe und Abstände) werden automatisch berechnet.
  • Custom Grid Generator: Über ein Sass Mixin steht ein Generator für Custom-Grids bereit.

Abschließend eine Antwort auf die Frage, warum ich mich für Sass entschieden habe: Ich halte Sass aktuell für den am weitesten entwickelten Präprozessor mit einer äußerst aktiven Community. Die seit einigen Versionen verfügbare scss-Syntax ist üblichem CSS sehr ähnlich und macht den (Wieder-)Einstieg in ein Sass-Projekt ausgesprochen unkompliziert. Und nicht zuletzt ist Compass als Ergänzung/Aufsatz auf Sass ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber den anderen Präprozessoren (z.B. Less oder Stylus), welches ich in im Alltag mit Sass nicht mehr missen möchte.

Also dann: Viel Spaß mit dem neuen Projekt.


Donnerstag18. Oktober 2012

Am Montag, dem 15.10.2012 hat mein kleines CSS Framework YAML seinen 7. Geburtstag gefeiert. Und nachdem ich weder bei YUI, noch bei Blueprint CSS in den letzten Jahren eine maßgebliche Weiterentwicklung feststellen kann, dürfte YAML das mit Abstand am längsten und am kontinuierlichsten gepflegte CSS Framework überhaupt sein.

Letztes Jahr um diese Zeit habe ich einiges an Frust vor mir her geschoben. YAML 3.x war zwar auf einem technisch guten Stand, Optik der Website und Doku, sowie die gesamte Struktur der Doku haben mich über die Jahre hinsichtlich der Pflege arg in die Knie gezwungen. Und so war es nach 6 Jahren im letzten Oktober relativ ruhig um das Projekt geworden. Eine Vorabversion von dem, was im Januar 2012 als YAML4 das Licht der Welt erblickte, lag zu diesem Zeitpunkt bereits über Monate auf meiner Festplatte, jedoch fehlte die zündende Idee, die dahinterstehenden Konzepte einfacher zu vermitteln und vor allem für die Anwendung des Frameworks von der 150-seitigen Doku wegzukommen. Gleichzeitig ging es mit meinem Langzeitprojekt, dem Nachfolger des YAML Builders in das dritte Entwicklungsjahr und auch hier stockte die Weiterentwicklung aus purem Zeitmangel. Damals habe ich eine Entscheidung getroffen, über die ich heute sehr sehr glücklich bin. Ich habe mich entschlossen, mich in 2012 nur noch auf die Webaktivitäten zu konzentrieren, die mir am Herzen liegen und bei denen ich selbst einen unmittelbaren Einfluss auf deren Weiterentwicklung habe. Eine Konsequenz daraus war, dass ich mich nach vielen Jahren aus der Redaktion der Webkrauts zurückgezogen habe.

Nun ist das verflixte siebte Jahr ist vorüber und die Dinge haben sich, zwar etwas anders als gedacht, andererseits besser als gehofft, entwickelt. Anfang Dezember 2011 ist bei YAML endlich der Knoten geplatzt und alle wichtigen Konzeptentscheidungen für YAML4 waren getroffen. Die Umsetzung der neuen Projektseite hat mir über den Jahreswechsel sehr viel Spaß gemacht und YAML 4 ist hervorragend angenommen worden. Insbesondere das Feature der Progressiven Linearisierung von Grids, Spalten und Formularen hat sich als außerordenlich komfortabel in der Anwendung erwiesen und ist gleichermaßen eines der Alleinstellungsmerkmale von YAML gegenüber der Vielzahl an uniformen CSS-Frameworks, die sich in erster Linie über ihren Namen unterscheiden.

Damit wären wir beim zweiten Teil, kürzeren Teil der Geschichte angelangt, denn auch mein Langzeitprojekt “Thinkin’ Tags” konnte ich im September erfolgreich an den Start bringen, womit auch dieses Projekt nun endlich in den Sichtbereich der Frontendentwicklung kommt und ich nicht mehr nur im stillen Kämmerlein über den Features dieses neuen Entwicklertools brüte. Am letzten Montag, habe ich deshalb auch den Jungs vom Working Draft Podcast Rede und Antwort gestanden auf Ihre Fragen zu Thinkin’ Tags.

Somit ist dieses siebente Jahr für mich ein ganz besonderes gewesen und ich freue sehr auf die nächsten Schritte, die beide Projekte in den kommenden 12 Monaten gehen werden.


Die Überschriften meiner Blogbeiträge werden offensichtlich vorhersehbar. Aber mal ohne Witz: In diesen beiden Themengebieten zeichnet eines der “next big things” in der Frontendentwicklung ab. Die heute zwingend erforderliche Flexibilität von CSS-Layouts (Stichwort: Responsive Design) bedingt eine möglichst enge und frühzeitige Zusammenarbeit von Designern und Frontendentwicklern. Dies bedingt auf Entwicklerseite, Ideen schnell realisieren und testen zu können.

Zu beiden Themen hat Jens Grochtdreis auf der diesjährigen Webtech gesprochen und ganz offensichtlich zwei sehr interessante Vorträge gehalten. Offensichtlich, weil ich leider nicht in Mainz dabei sein konnte, mich aber die frisch in seinem Weblog veröffentlichten Folien inhaltlich begeistern. Deshalb kann ich Euch nur empfehlen: schaut sie Euch unbedingt an.

Jens erster Vortrag spricht das Thema “Modulares Design” an. Er zeigt dazu einige Beispiele aus dem Projekte Structurae, welches Jens und ich gemeinsam bestritten haben und bei dem eben diese Modularität – und damit deren einfache Wiederverwendbarkeit – ein extrem wichtiger Erfolgsfaktor war, denn als Aufgabe stand ein vollständiges Redesign einer sehr datenintensiven Website unter großem Zeitdruck und dem Bedarf an Flexibilität bei der Positionierung einer Vielzahl optionaler Layoutbausteine. Beide Ziele haben wir unter Einhaltung von Zeitplan und Budget geschafft, was im Vorfeld alles andere als sicher war. Ich kann diese Enge Zusammenarbeit der Entwickler deshalb wärmstens empfehlen.

Der zweite Vortrag von Jens dreht sich vollständig um das Thema “Rapid Prototyping” mit YAML. Er basiert auf den Erfahrungen von Jens bei seiner Arbeit mit YAML und dem Workflow, den Jens über die letzten Jahre für sich entwickelt hat. Jens diese Erfahrungen seit vielen Jahren mit mir, wodurch ich extrem wertvolles Feedback für die Weiterentwicklung meines CSS Frameworks erhalte. Ich empfehle die Folien dieses Vortrags insbesondere den YAML-Nutzern, die noch immer ein wenig Hemmungen vor dem Umstieg auf YAML 4 und dem neuen Dokumentationskonzept haben. In seinen Folien zeigt Jens sehr anschaulich, wie sich das Benamungskonzept der CSS-Klassen bei YAML 4 funktioniert, und welche Vorteile die neue Dokumentation für bei der unmittelbaren Arbeit mit sich bringt.

Also schaut Euch den Blogbeitrag und die Folien der Vorträge an und vielleicht hält Jens ja einen oder gar beide Vorträge bei anderer Gelegenheit noch einmal.


Sonntag04. März 2012

Anfang Januar, nur wenige Tage vor dem Release von YAML 4 fiel die endgültige Entscheidung darüber, in welcher Form ich zukünftig mein YAML Developer Blog betreibe. Damals, vor ca. 50 Tagen, habe ich mich für ein Experiment entschieden - eine Projektseite auf Google+.

Begeistert hat mich das soziale Netzwerk schon seit seinem Start. Ich bin mit meinem privaten Account seit Anfang an dabei und habe die Offenheit und Kommentierfreudigkeit der dortigen Community schätzen und lieben gelernt. Und obwohl ich anfangs meine Zweifel hatte, wie lange diese Euphorie wohl anhalten würde (schließlich fehlen noch immer eine gute öffentliche API und demzufolge auch Apps), bin ich bisher treu geblieben. Der zu Twitter vergleichbare Ansatz, Usern, deren Meinung man schätzt, einfach folgen zu können, führt zu einem angenehmen Klima in meiner Timeline.

Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf stellte sich mir Anfang Januar die Frage, wie ich beim Relaunch von YAML.de mit dem Entwicklerblog weiterverfahre. Bis dahin lief die umfangreiche, zweisprachige Website auf einer recht mühsam eingerichteten und pfegeintensiven Typo3 Installation und diese - das stand bereits fest - würde mit dem Relaunch einer Webpräsenz aus simplen statischen Seiten weichen müssen. Das alte Developer-Blog setzte auf Wordpress und damit eigentlich auf eine sehr angenehme Arbeitsumgebung. Doch es war nie wirklich erfolgreich gewesen. Einerseits sind in 4 Jahren kaum mehr als 20 Beiträge darin veröffentlicht worden, andererseits hat es auch nie eine gute Reichweite entwickelt, denn die RSS-Zugriffszahlen und Kommentare hielten sich in sehr überschaubaren Grenzen. Das waren für mich zwei gute Gründe, auch Wordpress den Laufpass zu geben und ein Experiment zu starten mit einer Projektseite bei Google+.

Die Vorteile sind dabei schnell erläutert. Der Administrationsaufwand sinkt auf ein Minimum und ich kann mich voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren. Der Nachteil - den man immer auch im Hinterkopf haben muss - ist, ich pflege meine Inhalte nicht mehr auf meiner eigenen Domain (in meinem eigenen Haus). Für mein privates Blog wäre dieser Gedanke auch heute unvorstellbar. Für das Entwicklerblog von YAML war es bisher eine ausgesprochen gute Entscheidung.

Was ist seither passiert?

  • Ich habe 19 Blogbeiträge veröffentlicht.
  • Ich habe bisher 101 Kommentare erhalten.
  • Meine Beiträge wurden 75 Mal von anderen Nutzern geteilt,
  • und 154 Mal mit einem “+1” versehen.
  • Die Seite hat mit Stand heute 1519 Follower.

Soweit die technischen Daten. An dieser Stelle ist ein Vergleich zu Twitter interessant, denn auch dort bin ich mit dem Account @yamlcss seit Oktober 2009 aktiv und habe dort bei 143 Tweets bis heute 1897 Follower bekommen. Für mich sind beide Kanäle momentan unverzichtbar, aber es zeigt, wie rasant Google+ wächst und vor allem bin ich von der Kommentarfreudigkeit und der Gesprächskultur auf Google+ begeistert. Beides fehlt auf Twitter mehr oder minder, Twitter ist nunmal ein Push-Nachrichtenkanal, wirkliche Kommunikation stand bei diesem Dienst noch nie im Vordergrund. Und zuletzt war auch die Entscheidung, den Blog bei Google+, wie auch den Twitter-Account, in Englisch zu befüttern aus heutiger Sicht eine gute Wahl. Die Follower verteilen sich sehr gleichmäßig rund um den Globus, was mich sehr freut, denn erstmals habe ich das Gefühl, meine Zielgruppe wirklich zu erreichen.

Und das soll es als erste Einschätzung auch gewesen sein. Die ersten Schritte sind gemacht, ich fühle mich in meinem Konzept bestätigt und freue mich darauf, wie sich das Projekt in den nächsten Monaten weiterentwickelt.


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