Freitag,
09. März 2012

Gestern war einer der traurigsten Anlässe seit langem für eine Reise in meine Heimatstadt Görlitz, denn gestern fand im Kreis seiner Familie und enger Freunde die Beerdigung von Michael Preuß statt. Er hinterlässt in tiefer Trauer seine Eltern, seine Brüder, seine Ehefrau, seine beiden Söhne und zahlreiche Freunde.

Ich lernte Micha 2007 kennen, als er mich eines Nachmittags anrief, um sich von mir das O.k. für die Veröffentlichung seines ersten Wordpress-Themes auf Basis von YAML zu holen. Er rief an, weil er gelesen hatte, dass ich auch aus Görlitz käme und so entstand mehr oder weniger über Nacht eine Freundschaft, die über die Jahre immer enger wurde. Seither haben wir unzählige Stunden am Telefon, sowie den einen oder anderen Nachmittag in Görlitzer Cafes beim Schwatzen verbracht, wann immer es sich anbot.

Micha war ein Fan von YAML und er war seit je her begeistert von Wordpress. Und er war es, der vor über zwei Jahren damit begann, das in die Tat umzusetzen, wovon ich für YAML immer geträumt hatte. Ein Werkzeug, welches die zahlreichen Features von YAML auf einfachem Wege für ein CMS nutzbar macht, ohne dabei die Gestaltungsfreiheit von YAML maßgeblich einzuschränken, wie es allzuoft bei “vorkonfigurierten” Themes oder CMS-Templates der Fall ist.

Das Ergebnis wurde am 1. November 2010 mit der Veröffentlichung von XtremeOne sichtbar, einem unglaublich vielseitigen Theme-Framework für Wordpress, basierend auf einer speziell angepassten Version von YAML 3, welches in seinen Features und seiner Flexibilität konkurrenzlos ist. Wir haben uns gegenseitig angespornt bei unseren Projekten und für mich war Micha derjenige, der die Philosophie hinter YAML und meine Vorstellung davon, was sich auf der Basis von CSS Frameworks für tolle Ideen realisieren lassen, am besten verstanden und zugleich in die Tat umgesetzt hat. XtremeOne hat sich zu seinem Lebenswerk entwickelt und seine Begeisterung für das Projekt war unglaublich.

Am 24. Februar 2012 ist Michael Preuß nach kurzer, schwerer Krankheit verstorben. Noch wenige Tage zuvor hatten wir telefoniert: er hatte Pläne geschmiedet, neuen Mut geschöpft. Und plötzlich den Kampf viel zu früh verloren.

Mit XtremeOne wird es weitergehen. Micha hat dieses Projekt gemeinsam mit Heiko Rabe und Alex Frison auf die Beine gestellt und sie werden die Weiterentwicklung übernehmen. Nähere Infos dazu findet Ihr in dieser offiziellen Mitteilung im Projektblog. Falls Ihr Eure Anteilnahme bekunden wollt, tut dies bitte im XtremeOne-Blog. Danke.

“Dirki, die Besten kommen halt aus Görlitz, oder?”

Mit dieser Frage beendete er nicht wenige unserer Gespräche.

Ja Micha, das tun sie. Und Du warst einer von Ihnen.


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