Mittwoch,
23. Juli 2008

Mit dem Relaunch hat sich nicht nur die Optik des Weblogs verändert, auch einige neue Funktionen haben Einzug gehalten. Eine davon – die dynamische Ansicht der Kommentare – werde ich in diesem Beitrag ausführlich vorstellen. Dieser Beitrag ist der erste einer kleinen 3er Reihe, in denen ich ein paar Einblicke in das Gestaltungskonzept und die technische Umsetzung der neuen Highresolution Seite geben werde.

The long tail

Weblogs werden üblicherweise als 2- oder 3-Spalten-Layouts angelegt. Neben dem Hauptinhalt hat in den Randspalten der Sekundär-Content (Sidebar, Werbung, ect.) seinen Platz. Bei längeren Artikeln ist es mit den “Randinformationen” schnell vorbei und so macht sich der Artikel in seiner schmalen Spalte allein auf in Richtung Fußzeile. Besonders bei schmalen Bloglayouts verbleibt so auf größeren Bildschirmen ein schmales Inhaltsband neben endlosen ungenutzten Flächen. Ein Beispiel dafür ist dieser aktuelle Beitag bei den Webkrauts, der sich selbst auf meinem großen Bildschirm über 22! Bildschirmseiten zieht.

Ist man endlich bei den Kommentaren angelangt, schlägt der Standardhammer zu. Während Weblogbeiträge umgekehrt chronologisch ausgegeben werden (der neueste Beitrag zuerst), werden Kommentare üblicherweise in der Reihenfolge ihres Eintreffens (also chronologisch, mit dem ältesten beginnend) aufgelistet. Will man Beitrag und Kommentare vollständig lesen, ist diese Anordnung ideal, denn man fängt oben mit Lesen an und wenn man unten ankommt, hat man Beiträge und Kommentare vollständig überblickt. Leider liest man in dieser Form einen Beitrag nur ein einziges Mal.

Viel öfter hingegen verfolge ich Diskussionen in anderen Blogs, indem ich einen interessanten Beitrag immer wieder im Browser aufrufe, um die neuesten Kommentare zu lesen. Dabei ist es die Ironie des Schicksals, dass ich jetzt erst ganz ans Ende der Seite reisen muss, um die neuesten Kommentare zu lesen. Besonders bei interessanten und vielkommentierten Beiträgen empfinde ich das als lästig (siehe oben genannter Webkrauts-Artikel). Ebenso lästig empfinde ich Infomails für neue Kommentare oder Kommentar-Feeds. Weder möchte ich per Mail zugespammt werden, nur weil ich gerade 2..3 Diskussionen im Netz verfolge, noch will ich ständig meine Feedliste anpassen müssen. Es hat halt jeder seine Vorlieben, weswegen dieses Weblog selbstverständlich Kommentarfeeds und Emailbenachrichtigungen anbietet. Ich selbst verfolge die Diskussionen lieber direkt auf der Webseite mit und schaue dann gern auch ein/zwei Mal pro Tag vorbei.

 

Das Konzept für die dynamische Ansicht

Die Kommentare sind in der rechten Spalte neben dem Artikel angeordnet, was den Scrollaufwand beim Verfolgen neuer Kommentare vermindert. Dafür muss man einmalig nach dem Lesen des Beitrags wieder nach oben,  was ich für vertretbar halte, denn ab diesem Zeitpunkt interessieren nur noch die Kommentare. Die ersten 5 Kommentare werden wie gewohnt angezeigt. Ab dem 6. wird dann die dynamische Ansicht aktiv und blendet ältere Kommentare automatisch aus, so dass immer die neuesten 5 Kommentare in der Ansicht verbleiben. Das sorgt für einen kurzen Scrollweg beim Verfolgen frischer Meinungsäußerungen. Verfolgt man also eine Diskussion regelmäßig, hat man die jeweils neuesten Kommentare schnell erfasst, denn sie sind immer direkt im Blickfeld. Eine gut sichtbare Nummerierung soll den Leser zusätzlich bei der Orientierung unterstützen.

Kommt man erst einige Zeit später wieder zur Diskussion zurück, sind in der Zwischenzeit unter Umständen mehr als 5 Kommentare eingegangen. Dann kann man sich über den Button «+5 davor» ältere Kommentare anzeigen lassen und so schrittweise den Kommentarverlauf freilegen, bis zu dem Punkt, wo man bereits war. Kommt man hingegen lange nach Abschluss der Diskussion auf den Beitrag, kann man sich über den Button «Alle» sofort den gesamten Kommentarverlauf anzeigen lassen und mit Nr. 1 beginnen.

Mit diesem Konzept denke ich, könnte es angenehmer werden, auch längere Diskussionen zu verfolgen. Ich selbst finde diesen Weg sehr spannend und wollte ihn daher unbedingt ausprobieren. Das Nutzerfeedback werde ich über die nächste Zeit sammeln. Mal sehen, ob Ihr Euch dauerhaft damit anfreunden könnt. Einige überaus positive Meinungen habe ich bereits vernommen, einige kritische Stimmen ebenso. Die Zeit wird zeigen, ob das Konzept funktioniert.

Details der Umsetzung

Die dynamische Ansicht wurde mit jQuery umgesetzt (was sonst). In der HTML-Ausgabe sind alle Kommentare enthalten, bei aktiviertem JavaScript werden ab dem fünften Kommentar ältere Einträge ausgeblendet. Per jQuery wird dazu auch die Navigation dynamisch in die Seite eingebunden. Die Nummerierung erfolgt der Einfachheit halber ebenfalls per JavaScript. Alle Browser zu einer einheitlichen Darstellung der Nummerierung einer geordneten Liste zu bewegen, war mir – man möge mir verzeihen – zu aufwändig.

Das Ausblenden älterer Kommentare ist jedoch nicht ganz unproblematisch, denn jeder Kommentar ist mit einem benannten Anker versehen, um über die Liste der “Neuesten Kommentare” z.B. auf der Startseite oder auch per Querverlinkung aus anderen Blogs direkt angesprungen werden zu können. Dieses Feature funktionierte leider am Montag beim Relaunch noch nicht. Seit heute Nachmittag verrichtet das Script fehlerfrei seinen Dienst. Dazu wird die URL über location.href ausgelesen und nach Kommentarankern innerhalb der Seite gesucht. Wird ein potentiell auszublendender Kommentar angesprungen, so wird auf das Ausblenden der Kommentare verzichtet.

Wird hingegen einer der neuesten Kommentare angesprungen, soll die 5er Liste sichtbar bleiben. Dabei muss beachtet werden, dass im HTML alle Kommentare enthalten sind erst nachträglich per JavaScript ausgeblendet werden. Berücksichtigt man diesen Umstand nicht, würde der Leser zu weit unten auf der Seite landen, denn in dem Moment wo der Browser die Seite gerendert hat und den Anker anspringt, blendet jQuery bereits die darüber liegenden, älteren Kommentare aus. Der gesuchte Kommentar entgleitet also nach oben aus dem Viewport – dumme Sache. Diese Hürde ist allerdings per JavaScript leicht zu nehmen, indem nach dem Ausblendevorgang der Anker per location.href nochmal angesprungen wird.

Als zusätzlichen visuelle Orientierungshilfe lasse ich den angesprungenen Kommentar gesondert per .fadeIn() einblenden, wodurch das Auge noch einen Tipp bekommt, wo der Kommentar zu finden ist. Diese optische Hervorhebung lässt sich mit Sicherheit noch verstärken oder auf andere Weise besser kenntlich machen. Ich denke, das könnte eine weitere willkommene Erleichterung für den Nutzer sein.

 


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