20. Juli 2009
Frank Bültge, einer der bekanntesten Köpfe der deutschen Wordpress-Szene äußerte am Samstag in seinem Blogbeitrag "Unzufrieden als digitaler Freizeitkämpfer" seinen Umut über das geringe Feedback auf seine vielen GPL-Veröffentlichungen der letzten Jahre. Frank bezieht sich dabei einerseits auf die extrem geringe Spendenbereitschaft im deutschsprachigen Raum, aber auch auf sehr spartanisches oder gar ausbleibendes Nutzerfeedback, speziell aus dem Bereich der Businessanwender. Frank Bültge spricht damit ein Thema an, welches mir seit vielen Jahren nur zu gut vertraut ist – die Wertschätzung von Open Source in Deutschland.
Die Diskussion in den Kommentaren ließ nicht lange auf sich warten und ist ausgeprochen fasettenreich. Bemerkenswert und und leider kein Einzelfall sind Kommentare mit folgendem Tenor:
Wenn es kostenlos ist, ist es kostenlos! Ich zahle gern für gute Software und gute Plugins, auch gern mal etwas mehr. Aber irgendwie versteh ich Eure Sicht trotzdem nicht, denn im Grunde liest es sich ja schon so raus das ihr gönnerhaft GPL Plugins schreibt, dann aber trotzdem hofft eine Spende zu bekommen, letztlich ist GPL dann sinnfrei weil ihr für Eure Leistung einen finanziellen Gegenwert erhaltet, auch wenn der sicherlich nicht im Verhältnis zu Euer Arbeit steht.
Kommentar Nr. 48
Die GPL ist aus Anwendersicht eine tolle Sache, den diese Lizenz gibt dem Anwender sehr viele Freiheiten und die notwendige Rechtssicherheit, aber keine Arbeit – und schon gar nicht qualitativ hochwertige Arbeit – ist umsonst. Der Autor dieses Kommentars sieht das jedoch ganz anders.
Seit vielen Jahren existieren zahlreiche schillernde Perlen am Open-Source-Himmel, die da lauten: Mozilla Firefox & Thunderbird, Wordpress, MySQL, OpenOffice, Joomla, Ubuntu, jQuery, Eclipse u.v.a.m. All diese Dinge gibt es quasi gratis für den Anwender. Dieser Umstand lässt schnell vergessen, dass hinter diesen erfolgreichen Großprojekten finanzkräftige Firmen, Organisationen oder Sponsoren stecken, die solche langfristig angelegten Projekte mit einer Vielzahl exzellenter Entwickler überhaupt ermöglichen und die vom Nutzer letztlich als qualitativ hochwertige Produkte wahrgenommen werden. Doch die GPL vereint nicht nur Großprojekte. Eine riesige Menge an Erweiterungen für diese Projekte aber auch viele kleinere, eigenständige Entwicklungen werden unter GPL lizensiert, wobei hier viel öfter kleinere Entwicklerteams oder Einzelentwickler wie Frank Bültge stehen. Und für diese Entwicklungen gilt das oben gesagte leider nicht. Zwei, drei Schritte von den Top-100 der Open-Source-Projekte entfernt ist es mit dem externen Geldregen in der Regel vorbei. Und hierbei spreche nicht vom reich werden, sondern vom notwendigen Lebensunterhalt. Die Mozilla-Entwickler leben genauso wenig von Luft und der ewigen Liebe der Nutzercommunity.
Doch genau dieser Teil von Open Source scheint vielfach ignoriert oder nicht verstanden zu werden. Anders kann ich mir solche Kommentare nicht erklären. Oder nehmen wir folgenden Kommentar:
... So wie Autoren das erste Buch fast verschenken, wird die zweite Auflage teuer an den Mann gebracht.
Kommentar Nr. 45
Das mag ein undurchdachter Spruch eines ahnunglosen Bloggers sein, aber dieser Satz dürfte wirklich jedem Fachbuchautor unter die Haut gehen, denn gegensätzlicher könnten die Mutmaßungen des Kommentarautors und der Realität kaum sein. Frank Bültge hat hierzu übrigens bereits Stellung genommen, klingt dabei aber aus meiner Sicht relativ resignierend.
Doch wo ist der Ausweg? Viele Kommentatoren empfehlen Frank, sich besser zu vermarkten, sein Wissen nicht – für lau – preiszugeben. Und die meisten versichern ganz selbstverständlich, für gute Software auch zu zahlen. Doch geht das überhaupt? Vorrausgesetzt man ist freiberuflich dieser Branche unterwegs, können Veröffentlichungen unter GPL-Lizenz, wie auch Bücher, die perfekte Eigen-PR sein. In diesem Fall entsteht die Entlohnung nämlich nicht direkt über Lizenzeinnahmen sondern indirekt und langfristig über den wachsenen Bekanntheitsgrad und die Reputation in der Community, wodurch man Aufträge aquirieren kann - von deren Entlohnung der Entwickler letztlich seine Miete und die Brötchen bezahlt.
Doch dieser indirekte Weg – und dabei gleichen sich die Umstände bei Frank Bültge und mir – ist bei so manchem Entwickler nur in Ausnahmefällen bzw. gar nicht möglich. Sowohl Frank Bültge als auch ich dürfen uns als so genannte "Freizeitkämpfer" bezeichnen. Wir haben andere, zeitintensive Berufe und tummeln uns mehr oder weniger in unser Freizeit in dieser Branche. Das machen viele, klar, aber nur wenige mit jahrelanger Ausdauer und in der Qualität, wie sie Frank Bültge vorlebt.
Ich selbst stand mit YAML vor knapp 4 Jahren genau vor dieser Entscheidung. Nach ersten Nutzungsanfragen aus dem professionellen Bereich musste eine Entscheidung hinsichtlich einer sinnvollen Lizenz getroffen werden. Ich habe all diese Probleme bereits damals gewälzt und mich mit YAML bewusst gegen die GPL entschieden. Und diese Entscheidung war in den vergangen Jahren immer wieder Grund zahlreicher verbaler Tiefschläge von Leuten, die meine Arbeit nur allzu gern unter GPL (und wohl somit ohne jegliche Gegenleistung) gesehen hätten, die ich hier nicht wieder auffrischen will. Und erstaunlicherweise kamen diese Stimmen vorwiegend aus dem Agenturumfeld.
Ich kann aus heutiger Sicht sagen, dass ich damals richtig entschieden habe und dies auch immer wieder tun würde. Der Weg war nicht gerade frei von Steinen aber letztlich erfolgreich. Ich sehe YAML als Open Source Projekt, denn der bei weitem überwiegende Teil der Downloads geht auf Nutzer, welche das Framework unter der Creative Commons Lizenz einsetzen. Und in diesem Bereich sind durchaus Parallelen zu erkennen. Fachliches Feedback ist extrem selten und hätte ich nicht einige wenige treue Helfer, würde die Weiterentwicklung sehr viel schwieriger sein. Der Supportaufwand, gerade aus diesem Bereich heraus ist jedoch gewaltig. Und Support ist keineswegs ein optionales Gut. Er gehört dazu, ob man will oder nicht. Auch ich hatte über drei Jahre einen kleinen Paypal-Button auf meiner Seite, der in dieser Zeit gerade einmal 35 EUR eingebracht hat. Seit August letzten Jahres ist er deshalb einer Amazon-Wunschliste gewichen - welche sehr viel mehr Akzeptanz bei den Nutzern hat. An dieser Stelle möchte ich mich deshalb bei allen bedanken, die mir über die Wunschliste bereits Freude bereitet haben. Ich versuche auch stets, soweit es die beiliegende Amazon-Rechnung ermöglicht, mich bei den jeweiligen Absendern persönlich zu bedanken. Leider klappt das nicht immer. Deshalb an dieser Stelle stellvertretend mein nochmaliger Dank an alle Spender.
Ich kann und möchte aber nicht sagen, dass Frank mit seiner Entscheidung pro GPL etwas falsch gemacht hätte. Vielmehr gibt es offensichtlich zahlreiche Leute da draußen, die bis heute das Konzept "Open Source" nicht verstanden haben. Open Source war nie als Einbahnstraße gedacht und kann auch so nicht funktionieren und es täte mir leid wenn Leute wie Frank, denen im konkreten Fall die Wordpress-Community viel zu verdanken hat, sich resigniert vom Open Source Gedanken abwenden.
Montag, 20.07.09 (19:17 Uhr)
Lustig. Die GPL hat mit Entlohnung oder eben nicht-Entlohnung überhaupt Nichts zu tun. Kurz gesagt verlangt die GPL, dass Software, egal, ob gegen Geld oder für lau, im Quellcode verfügbar sein muss, und dass Jeder (auf eigene Verantwortung) Änderungen daran vornehmen darf.
Das mit den kostenpflichtigen Lizenzen wird erst indirekt etwas problematisch. Wenn nämlich der Quellcode verfügbar ist, so reichen schon kleine Änderungen, und das Ganze ist ein eigenes Werk. Man kauft sich also eine Lizenz, ändern ein Bisschen, und installiert das dann auf tausenden Maschinen. Man könnte sogar versuchen, die geänderte Fassung zu verkaufen. Aber hier verlangt die GPL, dass das so geänderte und verkaufte Werk wiederum unter der GPL steht. Dadurch dürften Käufer eines solchen Machwerks zu eben den gleichen Cheats greifen. Das lohnt sich also kaum.
Aber ob eine Software gegen Geld oder gegen einen warmen Händedruck vertrieben wird, das liegt ausserhalb der GPL.
Montag, 20.07.09 (19:40 Uhr)
Danke Siegfried, aber genau darum geht es in dieser Diskussion nicht.
Montag, 20.07.09 (20:29 Uhr)
Vielen Dank dafür, dass ich jemanden habe, der neben mir in der ersten Reihe an der Front steht und dem Feind ohne Deckung entgegen tritt.
Ohne solche Beiträge und die Verständnis würde ich schon längst aufgeben!
Montag, 20.07.09 (23:33 Uhr)
Den Treffer gegen die Agenturen kann ich so nicht ganz nachvollziehen. Die Entwickler schaffen die Innovationen und treiben den Fortschritt in der Branche immer weiter voran - in ihrer Freizeit, als Open Source-Produkte. Bei vielen ist es aber nun mal so, dass die Agenturen auch das Gehalt der Entwickler zahlen. Aus so einem Verhältnis ist mal der größte Softwarekonzern Europas entstanden.
Kein Grund zu resignieren! Die GPL ist weiterhin der richtige Grundlage. Es muss aber konsequent der nächste Schritt folgen. Anerkennung ist eine Sache, aber wie oben geschrieben: von Luft alleine lebt keiner.
Dienstag, 21.07.09 (08:42 Uhr)
Würd mich dann auch gern nochmal zu Wort melden (als Verfasser des hier zitierten “Kommentar Nr. 48”).
Du kannst mich gern ignorant nennen, aber wie ich bereits bei Frank im Blog geschrieben habe, verlangt niemand von ihm seine Tools und Plugins kostenfrei online zu stellen. Das er es macht ist cool, das ihm soviel Leute dort aber Zucker in den XXX blasen find ich lächerlich. Vielleicht gibt er ja auch mal dann bekannt wer von den Trostspendern auch wirklich mal einen Euro überwiesen hat.
Vielleicht hab ich dann das Prinzip von OS und GPL wirklich nicht verstanden, aber ich seh es wie Siegfried hier in den Kommentaren. Ganz schlicht runtergebrochen bedeutet (für mich) GPL die freie Nutzung des zur Verfügung gestellten Quellcodes unter der Primisse die Credits im Code zu lassen.
Für mich ist Programmierung in erster Linie ein Hobby (auch wenn ich damit meine Brötchen verdiene!), dessen größte Resonanz man durch einen hohen Bekanntheitsgrad erlangen kann. Und das hat Frank ja scheinbar schon lang erreicht. Keine Ahnung ich bin nicht in der Blog-Szene aktiv wie man es hier beschreibt, kannte Frank bist zu diesem Thema auch nicht. Ich nutze auch keines seiner Plugins, fand mehr die Diskussion allgemein interessant. Um mal nicht zu weit abzudriften, OS ist für mich ein Hobby und in ein Hobby investiert man Geld (als praktisches Beispiel sei hier die Auto-Tuning-Szene genannt) und kann nicht erwarten dafür eine Gegenleistung zu erhalten. Wenn Frank mitbekommt das ein Mitbewerber mit seinen kostenfreien Plugins wirtschaftlich erfolgreich ist, sollte er seine Lizenzbestimmungen überdenken!
Dienstag, 21.07.09 (08:47 Uhr)
Dir geht es offensichtlich nicht darum, aber mir. Du hast sehr wahrscheinlich Recht, was die miese Zahlungsmoral angeht. Und der verbreitete Irrglaube, dass, was Nichts kostet, auch Nichts taugen kann, ist ebenso eine Tatsache.
Aber all diese berechtigte Kritik zu verbinden mit der GPL, das ist falsch. Du stellst in Deinem Artikel eine Verbindung her der Art “GPL = kostenlos”. Oder, im Umkehrschluss: “nicht kostenlos = nicht GPL”. Diese Verbindung ist falsch. Auch die Tatsache, dass dieser Trugschluss weit verbreitet ist, macht ihn nicht richtiger. Damit wird die GPL durch eine miese Zahlungsmoral, mit der sie überhaupt Nichts zu tun hat, diskreditiert.
Über Deine sonstige Aussagen müssen wir nicht weiter diskutieren, da hast Du schlicht Recht.
So, darum geht es *mir*.
Dienstag, 21.07.09 (09:25 Uhr)
@Siegfried
Dann schau bitte nochmal Frank Bültges ersten Beitrag. Darin beschreibt er, was damit gemeint ist. Es geht nicht um Firmen, die ihrerseits GPL-Software erstellen. Es geht um Einzelentwickler wie Frank, die sich Feedback wünschen, aber trotz qualitativ hochwertiger Arbeit nicht erhalten - es geht damit auch nicht vorrangig um Geld.
@Niffi
Gegen diese Einstellung ist nichts einzuwenden, wohl aber gegen Deinen Kommentar bei Frank. Denn dieser zeigt, dass Du den wahren Gedanken hinter OS wirklich nicht erfasst hast. Auch das ist nicht schlimm, aber dann sollte man vielleicht auch mal nichts sagen, denn das wäre dann wenigstens ein Zeichen von Resepekt gegenüber GPL-Autoren wie Frank.
@Siegfried
Diese Schlussfolgerung kann ich nicht nachvollziehen. Zudem habe ich im Beitrag nicht von Lizenzkosten auf GPL-Software gesprochen, hier hast Du bereits bei deinem ersten Kommentar wohl etwas falsch verstanden.
Dienstag, 21.07.09 (12:10 Uhr)
Bei solchen Kommentaren kommt mir das kalte Kotzen.
Und bei solchen Kommentaren merkt man immer wieder, dass entsprechende Personen nicht begriffen haben, um was es eigentlich geht.
Aber Hauptsache, große Töne gespuckt. Applaus, echt.
Dienstag, 21.07.09 (14:40 Uhr)
@Datenkind: Ja tut mir leid wenn Dir das Kotzen kommt, aber ich finds einfach nur Scheinheilig, weil ich drauf wetten würde das von den ca. 60 Leuten die in Franks Blog positive und unterstützende Kommentare geschrieben haben, wohl nichtmal 1/10 etwas gespendet hat.
Ich lass mich aber gern von Dir aufklären, um was es eigentlich geht!?!
Dienstag, 21.07.09 (17:35 Uhr)
Dienstag, 21.07.09 (20:41 Uhr)
Was ich beim Frank und auch hier am traurigsten finde:
auf einmal kommen viele aus ihren Löchern gekrochen und verteidigen ihre Meinung, warum sie nichts zurückgeben, anstatt einmal Danke zu sagen.
Mittwoch, 22.07.09 (08:46 Uhr)
O.k., vielleicht habe ich das falsch verstanden. Aber eben dies habe ich so verstanden. Wenn das so nicht gemeint war, ist es ja gut, wenn das hiermit richtig gestellt wurde.
Grundsätzlich kann ich das Problem sehr gut nachvollziehen. Und das mit dem “Zucker in den Arsch blasen” ist absolut unter der Gürtellinie. Jemand, der sich so viel Arbeit macht, hat zumindest Anerkennung verdient. Monetäre Anerkennung wäre auch nicht schlecht. Die Zahlungsmoral in Deutschland ist ganz allgemein schlecht. Nicht nur bei Softwareentwicklung, und nicht nur bei Open Source. Mein Bruder musste kürzlich seine kleine Glasbaufirma deswegen aufgeben, weil Deutsche lieber vor Gericht ziehen als zu bezahlen. Auch, wenn er jedes einzelne Verfahren gewonnen hat, es ist einfach zu sehr ins Geld gegangen. Aber den Großkunden, die so versuchen, zu knausern, jucken diese Beträge kaum.
Mit Open Source ist das nicht viel anders. Es fehlt einfach an Wertschätzung. Zu viele Menschen haben keine Ahnung, was dahinter steckt. Also wissen sie nicht, was es wert ist. Also schließen sie, dass es (so gut wie) Nichts wert ist. Ramsch vom Flohmarkt eben. Es sei denn, die Software stammt von einer großen Firma mit Millionenumsätzen (hier greift wieder das urdeutsche Obrigkeitsdenken). Und dass z.B. ein Frank Bültgen echte Qualitätsarbeit liefer, das weisst Du, und das weiss ich. Aber Jemand, der von der Materie keine Ahnung jat, weiss das eben nicht. Sorry, das sagen zu müssen, aber für so Jemanden hat der Begriff Qualität Nichts mit Software zu tun, die es umsonst oder für einen Euro gibt. Qualität für solche Leute, das hat was zu tun mit einer schicken Verpackung, einem hübschen Handbuch (das nie gelesen wird), und einem eindrucksvollen Firmenlogo. Und mit einem gesalzenen und gepfefferten Preis.
Leider habe ich keine Ahnung, wie dem beizukommen ist.
Das mit dem “Treffer gegen die Agenturen” stammt übrigens nicht von mir, sondern von Stefan Klose.
Mittwoch, 22.07.09 (09:42 Uhr)
@Siegfried: Hier von wegen Zucker in den Arsch blasen und so. Ich finds schon komisch das die Leute erst jetzt Feedback geben, nachdem Frank sich drüber “beschwert” hat und wenn ich manche Kommentare lese ist das einfach nur Geschleime, sorry, aber das geht über “Danke” sagen einfach hinaus. Tut mir leid ich finds jetzt einfach heuchlerisch, wenn ich sowas ernst meine muss ich nicht erst drauf hingewiesen werden, und das ist eben das scheinheilige dran.
Mittwoch, 22.07.09 (09:48 Uhr)
Was heißt denn scheinheilig? Ging es jetzt Frank darum, sich mit der ganzen Thematik einmal inhaltlichen auseinanderzusetzen und eine Diskussion vorwärts zu bringen oder bloß darum, dass die spendenunwilligen ihm einfach mal ein wenig Danke hinterherwerfen?
Zum “Tritt” gegen die Agenturen: Es wird, sowohl in diesem als auch in Franks Blog, mit Flaschen nach den Agenturen geworfen. Sicherlich, die Nutzen kostenlose Software bis zum Exzess, aber dafür haben sie nun mal auch eine Funktion im Markt, die sie erst dadurch erfüllen können..
(Sorry Siegfried, dass der Treffer da gegen dich statt mich ging)
Mittwoch, 22.07.09 (09:55 Uhr)
Eigentlich geht es im Kern doch nur um zwei Dinge: Als OpenSource-Entwickler stellt man seine Arbeit zur Verfügung, daß andere ebenfalls darauf arbeiten können und es auch weiterentwicklen können. Dazu ist Austausch und Feedback ganz wichtig. Denn nur mit Feedback -sei es in Form von Code, sei es in Form von Kommentaren wird das ganze besser und die Freude über das Projekt, nämlich weil man etwas tolles geschaffen hat, worauf man Stolz ist, wird größer.
Wenn es kein konstruktives Feedback gibt und sich stattdessen (wie üblich) nur die melden, die etwas kritisieren (während gleichzeitig die vielen, die es gut finden und nutzen zu faul sind, mal wenigstens ein “ok, gut so”) zu senden, dann entwickelt sich das ganz zu irgendein zähen Ding, wroran man kein Spaß mehr hat.
Das andere ist die Form der Anerkennung. Ob GPL, CC, Mozilla Licence, etc pp. Diese Lizenzen werden doch hauptsächlich nur gewählt, damit nicht irgendwelche unseriösen Firmen und Geier daher kommen und den Code als ihr Erzeugnis weiterverkaufen. Man nutzt die Lizenz eher als Sicherheit gegen unlautere Machenschaften. Nicht um damit Geld zu verdienen oder dies anzuregen. Selbst wenn es finanzielle Interessen gibt -die kommen meist erst später.
Unabhängig davon möchte man Anerkennung. Das hat nichts mit einem kommerziellen Deal zu tun, sondern geht auf grundlegend moralische Vorstellungen zurück. Jedes Kind mit vernünftigen Eltern wird beigebracht sich zu bedanken, wenn es etwas bekommt. Auch und erst recht, wenn es ein Geschenk war.
Was soll ich als Entwickler von Open Source von Leuten denken, die nichtmal “Danke” sagen können? Die vielleicht stattdessen ankommen mit Forderungen oder Klemmärschigkeit a la, “Dein Downloadbereich ist unübersichtlich. Verbessere es!” oder “Deine Texte strotzen vor Tippfehlern”.
Stellt euch ein kleines Kind vor, daß ein Bild für ein Schulwettbewerb malte und es voller Stolz allen zeigt. Nur ein bischen Lob und Anerkennung machen es schon glücklich. Aber was wäre wohl wenn irgendein Typ da ankommt und stattdessen nur rummeckert, wie unprofessionell alles ist, während gleichzeitig alle anderen die es gut finden nur schweigen?
Frank Bültge ist kein Kind mehr. Dirk Jesse ist es auch nicht und ich bin es auch nicht mehr. Aber trotzdem gibt es einige moralische und soziale Erwartungen, die tief in uns drin sind und die gut sind.
Das Wort “Danke” ist das mindestens an Feedback, was man als Beschenkter geben sollte.
Nur zur Betonung: Es geht hier nur um das Danke-Sagen. Nicht um Geld! Nicht um PR! Nicht um Blogschwanzlängenvergleiche!
Aber wenn selbst dieses Minimum an sozialen Feedback massenhaft (also bei vielen Downloads oder Seitenaufrufe) unterbleibt, dann fragt man sich ob man in der richtigen Welt lebt und ob man nicht besser einen anderen Weg einschlagen soll.
Wer also enttäuscht ist, wenn sich Open Source Leute zurückziehen oder frustriert sind, der sollte sich zuerst mal fragen, ob er sich wenigstens mal vorher bedankt hat.
Um es mal provokant zu sagen: Wenn ein Open Source Entwickler frustriert ist über mangelnden Feedback und sich deswegen zurückzieht, dann ist das nicht dessen Charakterfehler oder liegt daran das der zu Weich ist, sondern die Schuld tragen alle diejenigen, die seine Entwicklung nutzen ohne dafür das mindeste an Anerkennung zu zollen.
Mittwoch, 22.07.09 (10:28 Uhr)
@Stefan Klose: Ich rede von der Scheinheiligkeit der Kommentatoren, nicht von Frank!
@xWolf: Bedankst Du Dich bei Microsoft oder Apple für Patches?! Egal ob OS oder nicht, lasst mal die Kirche im Dorf, und geht mal in Euch bei wievielen Downloads täglich ihr wirklich mal daran denkt sich dafür beim Autoren zu bedanken. Hut ab an alle die das wirklich machen, ich glaub aber der Großteil ist eben “nur” Konsument.
Mittwoch, 22.07.09 (11:13 Uhr)
@NiffI: Nein, bei einer Firma, bei der ich etwas *kaufe* bedanke ich mich nicht, denn stattdessen kriegen die Geld.
Aber bei jemand der mir etwas schenkt, was mir nutzt und was ich will, tu ich das schon.
Auch Konsumenten sind Menschen. Und für die gelten auch soziale Grundregeln.
Mittwoch, 22.07.09 (11:27 Uhr)
@xWolf: Und so hat halt jeder seine Meinung. Muss auch so sein!
Mittwoch, 22.07.09 (11:27 Uhr)
Ich kann mich hier xwolf weitestgehend anschließen. Und zum Enwand von Niffi: Klar bekommt auch M$ Anerkennung. In dem Fall rein monetäre Anerkennung.
Der Witz daran ist, dass Erfolg eine entscheidende Triebfeder ist. Und wesentliche Grundlage unseres Lernens. Wenn ein Kleinkind auf die Herdplatte greift und dadurch an Süßigkeiten kommt, ist das ein positives Feedback, dass zu einer Verstärkung dieser Handlungsweise führt. Wenn das Kleinkind sich dort stattdessen die Pfoten verbrennt, ist das ein negatives Feedback, das eine reduzierung dieses Verhaltensmusters bewirkt. Letztendlich funktioniert das Lernen bei Erwachsenen nicht so arg viel anders. Es ist sicher komplexer, aber die Prinzipien sind die Gleichen. Wenn ein Open Source Entwickler positives Feedback, in welcher Form auch immer, bekommt, wird das die Motivation zur Entwicklung von Open Source erhöhen. Wenn man kein Feedback bekommt, neigt Motivation i.A. dazu, langsam im Sande zu verlaufen. Und bei negativem Feedback…
Das sind ganz natürliche und auch nützliche menschliche Eigenschaften, die auch für Erwachsene gelten. Das Verhältnis Aktion - Reaktion ist bei Erwachsenen deutlich komplexer, aber die Prinzipien bleiben die Gleichen. Und daran ist nichts Negatives oder Anrüchiges oder Verachtenswertes. Wer sich darüber mokiert, hat sich selbst nicht verstanden.
Der Mensch ist von Natur aus ein Gemeinschaftswesen. Gemeinschaft funktioniert durch Feedback. Lob und Anerkennung sind auch Feedback. Und wenn angemessen und angebracht, auch alles Andere als Heuchelei. Heuchelei und Einschleimen wird es nur, wenn es nicht angemessen ist. Aber genau hier liegt das Problem: Viele wissen einfach nicht, was angemessen ist, da sie die Arbeit resp. das Produkt mangels Kenntnis nicht beurteilen können.
Mittwoch, 22.07.09 (21:41 Uhr)
Brisantes Thema, Dirk.
Ich kann Dich (oder Euch) sehr gut verstehen. Die Deutschen sind geizig und egoistisch.
Es ist teilweise ein Armutszeugnis, teilweise mehr als peinlich wie andere Personen über Open Source denken oder schreiben. Ich kann die Freizeikämpfer aber auch nicht verstehen ...
Wenn die Leute Geld ausgeben müssen um ein Produkt zu erhalten, dann sollte es über einen Shop zu kaufen sein. Oder es tun sich verschiedene Freizeitkämpfer zusammen und motivieren sich gegenseitig. Gerade in Deutschland gehen viele Freelancer eigene Wege. Da sind Freelancer kein gutes Beispiel.
Jedenfalls nicht besser als die engstiernigen Agenturen.
Wie ein kleiner Tropfen auf den heißen Stein ...
Ihr solltet Euch Gedanken machen wie man die Situation ändern kann.
Sonst geht der freiwillige Einsatz in Deutschland weiter den Bach runter.
Ich unterstütze Dich weiterhin (YAML für EE) ...
Nette Grüße
Frank
Donnerstag, 23.07.09 (20:46 Uhr)
Die meisten Leute haben leider den Sinn von Open Source nicht verstanden. Leider denken immer noch viele, wenns kostenlos ist, dann ist es auch nichts wert. Was mich aber auch an OpenSource stört, das einige Programmierer es ausnutzen.
Beispiel Joomla und Templates, es gibt so ein Art Templatebuilder, wo man sich so ein Template erstellen lassen kann. Alles schön und gut, hab auch nichts dagegen, das mit dem Service Geld verdient wird. Aber es prankt auf manchen Webseite ein dicker fetter Banner entgegen und das mehrmals. Das nervt mit der Zeit. Dazu kommt das dauernde anmelden bei downloads, gestern wollte ich was für Joomla runterladen, ging nicht ohne Anmeldung. Wenn sie was unter Open Source stellen, dann bitte auch wirklich frei zum runterladen und nicht über solche Ding.
Daher bevorzuge ich auch solche Projekte, wo auch wirklich der Open Source gedanke umgesetzt wird, wie zum Beispiel bei Drupal. Wie gesagt, hab nichts dagegen das mt Support und so Geld verdient wird, aber dann bitte mit dezenter Werbung.
Donnerstag, 23.07.09 (20:52 Uhr)
Gerriet, das ist Blödsinn. Die wenigstens Leute denken, dass Open Source als kostenlose Software auch deswegen nichts wert ist. Und ob man sich nun zum Download registrieren muss - was wirklich kein Problem sein sollte und o.g. Problem von Frank auch adressiert - ist schließlich keine große Sache. Wo siehst du da genau das Problem? Was ändert das daran, dass es kostenlos ist? Open Source bedeutet nicht, dass du einen Download mit einem Klick bekommst.
Dass der Download von Open Source-Software nun über Werbung finanziert wird, sehe ich auch nicht als Problem an. Du zahlst nichts für die Einblendung der Banner. Sehr wohl erzeugst du aber Kosten, wenn du Open Source-Software runterlädst. Und wenn das nicht nur du sondern auch ein paar hundert andere machen, dann stellt sich bei allen Open Source-Projekten die Finanzierungsfrage. Werbung ist nun mal ein Teil davon. Du findest die genauso auf den privaten Seiten von Programmierern wie auch z.B. bei SF. Das hat rein gar nichts mit dem von dir erdachten “Open Source-Gedanken” zu tun…
Donnerstag, 23.07.09 (23:37 Uhr)
Eine Entscheidung für eine Lizenz ist, meiner Erfahrung nach nicht einfach. Als Entwickler blieb mir diese Entscheidung für eigene Projekte bisher erspart, aber die Verwendung von Drittprojekten der verschiedenen Lizenzen ist durchaus üblich.
Im Laufe meiner mehrjährigen Tätigkeiten in einer Internetagentur war die Verwendung von GPL-Projekten die Regel, er Erwerb kostenpflichtiger Lizenzen war dabei relativ selten, selbst wenn die Preisklasse niedrig ist, wie bei YAML.
Meine Hemmschwelle für eigene - kommerzielle - Projekte Lizenzen zu erwerben ist recht gering, so lange der Preis überschaubar ist.
Das Feedback an die Entwickler, das ich selbst oder meine Kollegen in diesem Zusammenhang lieferten fiel sicherlich auch eher dürftig aus.
Aktuell arbeite ich in der Industrie und bin an der Entwicklung eines Microcontroller-Systems beteiligt, bei dem Linux als Kernkomponente verwendet werden soll. Die Maßgabe dabei ist aber, so wenig eigene Entwicklung frei zugeben, wie nötig und den Einsatz von GPL-Lizensierten Projekten zu minimieren (guter Scherz im Kernelumfeld).
Feedback für die Entwickler der verwendeten Komponenten ist dabei vermutlich auch nur minimal zu erwarten, was in diesem Umfeld auch an der althergebrachten Arbeits- und Denkweise liegt.
Insgesamt habe ich die Befürchtung, dass - gerade im deutschen Markt - die GPL-Lizensierung in den meisten Fällen das “Verschenken” der eigenen Leistung bedeutet. Was für die Nutzer schön ist und natürlich wenig angenehm für den Autor, aber ein Schicksal das man mit der Wahl der Lizenz selbst in der Hand hat.
Freitag, 24.07.09 (10:01 Uhr)
@Gerriet: Kann ich Dir nur teilweise zustimmen, manche Open Source Software ist wirklich Müll, nicht zuletzt weil sich oft Leute einbilden programmieren zu können und unbedingt der Gemeinde einen Dienst erweisen “müssen” und fehlerhafte oder einfach schlecht programmierte Tools anbieten.
Aber mit OS hab ich auch schon sehr viel gute Erfahrung gemacht, allen vorran die Forensoftware phpBB die ich immernoch mehr schätze als die zu kaufenden Woltlab oder vBulletin. Auch mit dem Adserver Tool openX (früher phpAds) hab ich durchweg sehr gute Erfahrungen und kenne kein vergleichbares Tool was Geld kostet.
Also ganz so pauschalisieren würde ich das nicht!
Montag, 27.07.09 (10:27 Uhr)
Ich bin kein Entwickler, deshalb würde mich einmal interessieren, wie man sich als solcher gerecht entlohnt fühlen würde. Gibt es eine solche Möglichkeit überhaupt? Auf der einen Seite wird hier geschrieben, dass es viele Blogger und Nutzer gibt, die die Arbeit “schamlos” ausnutzen. Es gibt viele “Anwendungen”, die nur gegen Bezahlung erhältlich sind. Also, nun meine Frage an Euch: Wie sähe eine “gerechte Entlohnung” aus?
Montag, 27.07.09 (10:59 Uhr)
Gerecht ist so eine Sache. Angemessen wäre besser. Angemessen hieße, so viel Geld, dass der Entwickler davon leben kann, und so viel Anerkennung, dass er stolz auf seine Leistung sein kann.
Nicht angemessen wäre ein Phantasiegehalt, wie es z.B. Wiedekind jahrelang bezogen hat (77 Millionen p.A.). Nicht angemessen ist aber auch ein Einkommen im Hartz4-Bereich. Irgendwo dazwischen sollte es sein.
Nebenbei: 77 Millionen p.A. halte ich für jeden für unangemessen :)
Montag, 27.07.09 (11:19 Uhr)
@Siegfried: Ob nun angemessen oder gerecht, ist wohl im Auge des Entwicklers ziemlich egal. Es gibt meiner nach nur zwei Möglichkeiten der “Entlohnung”. Nummer eins wäre die Verlinkung/Empfehlung und Nummer zwei eben die “Bezahlung”, in welcher Form auch immer. Sieht man sich diverse Tools, wie die Produkte von Adobe an, so finden sich scheinbar genügend Menschen, die dafür teilweise einige Tausen Euro hinlegen. Also, nehmen wir an der Entwickler rechnet mittel- bis langfristig, dann kann er sicherlich einen bestimmten Preis ausmachen, den man noch bereit wäre zu bezahlen.
Das Ganze scheint mir eher ein Marketingproblem zu sein, denn wie schaffen es zahlreiche andere Anbieter, sich Ihre Arbeit teilweise großzügig bezahlen zu lassen und viele andere eben nicht? Ich kenne das aus der SEO-Branche, da gibt es einige Tools, die “free” sind und einige für die man bezahlen muss.
Also nochmals meine Frage: Wo wäre der Preis für einen Download, der sowohl Entwickler, als auch Anwender zufrieden stellen würde?
Montag, 27.07.09 (12:34 Uhr)
@SO
Auch wenn ein solches Engagement für die Gemeinschaft im Grunde genommen unbezahlbar ist, so würde ich als Vorschlag eine generelle Lizenz bei 200,00 EUR ansetzen. Eine Projektlizenz für 1 Projekt bei ca. 65,00 EUR.
@FRANK
Ohne Schleimerei und es ist armselig, dass viele groß tönen, aber nicht einmal die Größe an den Tag legen, deine Arbeit (und damit auch die Arbeit aller überdurchschnittlich guten Leute im OpenSource-Bereich) zu würdigen:
DANKE.
Dienstag, 28.07.09 (13:20 Uhr)
@Matthias: Hast Du schon mal versucht, das Ganze etwas größer zu berwerben? Gibt ja mehrere Möglichkeiten (Bannermiete, Affiliate,...).
Mittwoch, 29.07.09 (20:43 Uhr)
Ich kein Paypal und werde mir auch keins anschaffen. Gleichzeitig bin ich nicht Bereit dem Entwickler anstelle von 1€ per PayPal ein 40€ Buch zu kaufen. Gibt es dann keine andere Möglichkeit, schreib ich zwar oft noch eine E-Mail, die werden allerdings zum Großteil ignoriert oder mit “Ne, dass lass mal” beantwortet.
Und? Jetzt steh ich als undankbar dar? Und selbst aus lauter Undank sogar noch einen Link zum Autor.
Ein bisschen pauschalisiert der Mann schon.
Freitag, 31.07.09 (18:14 Uhr)
Ich finde diese ganze Diskussion armselig. Entweder ich schenke etwas mit Freude und freue mich, wenn positives Feedback kommt, oder betrachte es als Werbung für mich, oder ich lasse es mir bezahlen.
Es gibt genug Möglichkeiten, auch unter OpenSource meine Lizenzbedingungen zu gestalten. Ich kann die Verwendung meines Produktes für privat und vielleicht noch für Schulen und Vereine kostenlos machen und für die gewerbliche Nutzung eine Lizenzgebühr verlangen.
Ich kann das ganze unter einer Linkware-Lizenz kostenlos zur Verfügung stellen und für die Entfernung des Links zu mir eine Gebühr erheben. Wenn z. B. mein Template/Plugin/addon von einer Agentur für ein Kundenprojekt genutzt wird, wird diese Agentur bestimmt nicht den Link zu mir im Produkt haben wollen und die Gebühr für die Entfernung des Links zahlen.
Dem privaten Nutzer wird das egal sein, der lässt dann eben den Link stehen.
Das hilft natürlich nicht gegen Betrug, aber ich habe meinen Anspruch und meine Erwartungen in den Lizenzbedingungen klar formuliert. Und dann kann ich mich auch beschweren, wenn Missbrauch getrieben wird und eventuell sogar rechtlich dagegen vorgehen.
Wenn ich etwas bedingungslos zur Verfügung stelle, kann ich auch nichts erwarten.
Freitag, 31.07.09 (18:30 Uhr)
@GE
Armselig fand ich Deinen Kommentar drüben bei Frank. Die GPL ist weder Lizenz für Geschenke noch ging es Frank in dieser Diskussion vorrangig um finanzielle Entlohnung. Ich weiß nicht, warum das so schwer zu verstehen ist?
Freitag, 31.07.09 (18:44 Uhr)
Also ich muss schon sagen, dass die Kommentare teilweise unfair sind. Ich sage Euch mal, wie ich das handhaben würde, hätte ich ein derartig großes Projekt realisiert:
Wenn es jemand nutzen will, MUSS er zahlen. Ende.
Dass sich jetzt hier einige Leute darüber beschweren, obwohl sich viele von uns ohne derartige “free” Tools wohl noch bei der Erstellung von Websites/Blogs einen abbrechen würden, finde ich mehr als respektlos und inakzeptabel. Dann versucht doch mal einen Blog ohne Wordpress, Drupal und Konsorten aufzusetzen. Ich bin sehr froh darüber, dass es deratige Möglichkeiten gibt, derer man sich “bedienen” kann, jedoch hätte ich nichts dagegen, wenn ich für eine Lizenz einen gewissen Betrag berappen müsste. Stellt Euch mal vor, alle Entwickler würden ein Agreement treffen, dass Typo3, Joomla und und und ab sofort kostenpflichtig würden. Mal sehen, ob sich einige nicht schwarz ärgern würden.
Freitag, 31.07.09 (18:51 Uhr)
Hallo Dirk, ich habe ja auch nicht geschrieben, dass ich Deinen oder Franks Blogartikel armselig finde, sondern die Diskussion. Und da geht es ja doch immer wieder um Bezahlung, um paypal, um Spenden ...
Da bin ich eben ganz klar der Meinung, dass man seine Ansprüche auch ausdrücken sollte. Ich glaube nicht, dass jemand glücklich ist, wenn andere mit der eigenen Arbeit Geld verdienen, ohne etwas weiterzugeben. Wenn ich jedoch eines meiner Templates auf einer privaten Seite wiederfinde, dann freue ich mich darüber.
Natürlich wird man betrogen werden, das zeigt ja ganz klar die Musikindustrie. Alles, was kopiert werden kann, wird auch kopiert. Aber die Ansprüche zu formulieren ist doch der erste Schritt.
Nächstes Jahr wird vielleicht wieder Nachbars Neffe (Schüler, Student ...) das Sommerloch füllen, der eine Website mit CMS und 10 Seiten Content für 99 EUR anbietet. Ich bin da nicht sauer auf Nachbars Neffen. Ich bin sauer auf WordPress & Co., die es nicht fertig bringen, eine Lizenzgebühr für den kommerziellen Einsatz zu verlangen.
Ich bin ganz klar ein Freund von OpenSource, aber ich habe kein Verständnis dafür, dass Plugins, Templates und ganze CMS auch für den kommerziellen Einsatz kostenlos angeboten werden.
Samstag, 01.08.09 (18:16 Uhr)
Aus meiner Sicht den Punkt wirklich gut getroffen. Was mich hier nachdenklich macht ist die teilweise sehr asugeprägte Dogmatik einiger Leute, die im OpenSource-Gedanken sowas wie eine moderne Bibel sehen und gegen alles und jeden der da nicht mitzieht angehen. Speziell bei Frank ist die Problematik aber etwas schieriger als bei Dir, da vor allem die Entwicklung für Wordpress-Sachen nicht einfach so eine freie Entscheidung über eine andere Lizensform zulässt. Meines Erachtens ein schwerwiegendes Problem an der GPL, dass in einigen Jahren noch ausgeprägter zu Tage treten dürfte, wenn jene, die heute kostenlos entwickeln aber nicht davon Leben müssen, feststellen, das der Bäcker um die Ecke tatsächlich Geld für ein Brot verlangt. Früher oder später kommt jeder in die Situation, wo sich Idealismus einem Mindestmaß an Prakmatismus annähert, oder man lebt einfach asketisch ...
Montag, 31.08.09 (23:29 Uhr)
wie sieht es denn mit Spenden über Paypal Donate aus, um GPL Projekte zumindest unterstützend zu finanzieren? Ich bin langjähriger Anhänger der Open Source Community und deren Produkte und kann mich ideel damit gut identifizieren. Darüber hinaus haben offene Projekte wie beispielsweise Drupal über eine florierende und aktive Community einen ganz anderen Wert geschaffen, als dies kommerzielle Projekte könnten…allerdings kann ich den Gedanken der Entlohnung der Beteiligten schon auch verstehen…den Pragmatismus kann man nicht ganz ausblenden.