Mittwoch,
15. Oktober 2008

Wieder ein Jahr um – wie schnell doch die Zeit vergeht. Fast hätte ich den Tag mal wieder vergessen, bei einem kleinen Chat am gestrigen Abend mit Frank Helmschrott sind wir irgendwie auf das Thema gekommen und mir ist es mal wieder wie Schuppen von den Augen gefallen ... YAML wird 3 Jahre alt.

Screenshot der Projekthomepage Unter den Layout-Frameworks gehört YAML damit zu den Urgesteinen und ist dennoch kein bisschen angestaubt. Verständlicherweise sind die Update-Zyklen mittlerweile etwas größer als noch 2006, doch das liegt im Reifegrad des Frameworks begründet, der nur noch wenige Eingriffe und vor allem eine behutsame und bedachte Weiterentwicklung erfordert. In diesem Zusammenhang fand ich es spannend, Jens Grochtdreis Worte aus seinem damaligen Release-Beitrag in seinem Blog noch einmal zu zitieren:

Dirk erklärt interessant und ausführlich sein Layout, das man auch kompakt herunterladen kann. Sein Layout ist interessant aufgebaut und geht sowohl mit fixen Spaltenbreiten als auch mit flexiblen Spaltenbreiten um. Es bietet sowohl Header als auch Footer, die man auch ausschalten kann. Die Flexibilität seines Layouts ist Programm,  denn Dirk wollte sich eine Basis für künftige Projekte schaffen.

Floats sind interessant und obwohl sie viele Fussangeln aufweisen, layoute ich derzeit nie anders.

Schon in der ersten Version stand der Grundsatz der größtmöglichen Flexibilität – und damit meine ich die Gestaltungsfreiheit bei der Positionierung von Elementen und der Verwendung und Kombination beliebiger Maßeinheiten – an erster Stelle. An der technischen Umsetzung dieser Idee hat sich im Verlauf der 3 Jahre nichts Wesentliches verändert. Die Idee eines grobusten und wiederverwendbaren Layoutkonzepts war damals jedoch weitgehend neu und hat mir einige Diskussionen beschert. Und das macht mich rückblickend schon ein wenig stolz, denn Layout-Frameworks waren 2005 noch weitgehend Neuland. Auch ich musste erst einmal lernen, wie man das Layoutkonzept und das "TOP-DOWN" Prinzip in der Dokumentation verständlich erklärt.

Heute sieht die Welt etwas anders aus. Layout-Frameworks sind in aller Munde und die Verwendung des Begriffs steigt nahezu inflationär. Die pure Anzahl und die unterschiedlichen Konzepte verdeutlichen einerseits das allgemeine Interesse an universellen Lösungen. Auf der anderen Seite gehen Nutzeransprüche und die Qualität der Umsetzung der Frameworks zum Teil noch sehr weit auseinander. Auch die Diskussionen um den Nutzen für private Bastler und professionelle Entwickler reisst nicht ab. Leider plätschert diese Diskussion – und das ist meine persönliche Meinung – bei vielen geschätzten, professionellen Webdesignern und Bloggerkollegen zu sehr an der Oberfläche. Allzu oft werden Projekte mit unterschiedlichsten Ansätzen und Entwicklungsständen über einen Kamm geschert. Beim diesjährigen Webkongress in Erlangen habe ich deshalb in meinem Vortrag die Flut der Layout-Frameworks etwas tiefgründiger beleuchtet und die zwei grundlegenden Ansätze Grid-Frameworks und CSS-Frameworks anhand der unterschiedlichen Konzepte, Ziele, sowie Vor- und Nachteile umrissen.

Und was kommt jetzt?

Die Entwickung bleibt nicht stehen, weder in der Browserwelt, noch bei YAML. Aktuell arbeite ich an der Version 3.1, die einige spannende Neuerungen und Verbesserungen mitbringen wird. Intern wird es einige kleinere Änderungen geben, wodurch sich neue Gestaltungsmöglichkeiten mit YAML ergeben. Weiterhin werden einige neue Features in Form von Add-ons in das Download-Paket integriert werden, sodass hier in Zukunft sinnvolle Bausteine für die tägliche Entwicklungsarbeit mitgeliefert werden können. Ich werde dabei auhc darauf achten, das Projekt nicht unnötig zu überfrachten - der Auswahlprozess ist noch im Gange. In jedem Fall wird die Zahl der Anwendungsbeispiele weiter steigen.

Auch beim YAML Builder stehen die Räder nicht still. Das ehemals kleine Online-Tool hat sich in der Version 1.0 zu einer recht stattlichen JavaScript-Applikation entwickelt. Im letzten halben Jahr habe ich viel Feedback eingesammelt und meine eigenen Vorstellungen und Ideen für die weitere Entwicklung geordnet. Was sich nun so langsam als Featureliste für die nächste Generation des Builders verdichtet, verspricht sehr spannend zu werden. Mehr gibts auch hier momentan noch nicht an Details, denn ich habe mit der Programmiererei erst vor wenigen Wochen begonnen.


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