Donnerstag,
17. November 2005

Hotpixel entstehen bei Langzeitbelichtungen mit digitalen Kameras durch die unporportionale Reaktion einzelner Pixel auf die einfallende Lichtmenge. Die Pixel erscheinen in der Mehrzahl weiß bzw. in den RGB-Rundfarben rot, blau bzw. grün. Das Problem wird durch Wärmeeinfluss zusätzlich verstärkt. Je wärmer der Sensor, desto mehr Hotpixel entstehen. Doch wie entfernt man diese möglichst effektiv und ohne Schärfe- und vor allem Detailverlust?

Als erstes wären da zahlreiche Tools und Photoshop-Plugins zu nennen, die sich der Aufgabe mehr schlecht als recht annehmen. Hierzu gibt es auf bessere-bilder.de eine recht gute Übersicht verschiedener Tools & Plugins sowie eine Bewertung anhand eines Beispielfotos. Das verwendete Beispielfoto finde ich jedoch nicht sonderlich aussagekräftig, daher habe ich ein aktuelles Problemfoto aus meinem Fotoblog gegriffen, um meine übliche Vorgehensweise und die Leistung eines Plugins zu vergleichen.

Ausgangspunkt ist also das Foto dieses Fischerbootes, welches mit einer Canon EOS 10D bei ISO 100, Blende 11 und einer Belichtungszeit von knapp 7 Minuten entstand und reichlich Hotpixel enthielt. Das Foto wurde im RAW-Format fotografiert und mit dem Adobe-RAW Plugin in 16bit RGB in der Standardauflösung von 3072x2048 Pixeln in den Photoshop übertragen.  Der gewählte Ausschnitt ist 1:1 abgebildet.

Zunächst teste ich ein Plugin, und zwar den 2. Platz des oben verlinkten Verleichs, das kostenlose HotPixel-Plugin für Photoshop von Red Paw Media. Erstes Ärgernis, das Plugin verarbeitet keine 16bit Dateien. Aber gut, schalten wir auf 8bit. Das Plugin selbst bietet einen einzigen Regler mit der sich die Emfpindlichkeit der Hotxpixelentfernung in Grenzen steuern lässt. Letztlich erwies sich die Standardeinstellung “Treshold = 20” als beste Wahl.

Wie man sieht, ist der Großteil der weißen Hotpixel verschwunden, allerdings beileibe nicht alle und auch die farbigen Fehlpixel sind noch da. Auch leiden einzelne Bilddetails wie das Glanzlicht der Fahnenstange bereits sichtbar. Bei Fotos mit mehr feinen Details und guten Kontrasten wird diese Filtereinstellung daher vermutlich schon problematisch. Benötigt man die Aufnahme in voller Auflösung, läge noch viel Handarbeit vor uns. Doch zum Glück geht es mit nur wenigen Handgriffen noch besser.

Dazu nehmen wir uns das 16bit Original und wandeln es zunächst in den LAB-Farbmodus um. Anschließend wird der Lab-Helligkeitskanal selektiert.

Jetzt können wir den weißen Hotpixeln mit dem Standard-Filter “Staub und Kratzer ...” zu Leibe. Dabei sollte der Radius auf 1 Pixel gestellt und der Schwellwert variiert werden, bis ein Optimum zwischen Schärfeverlust und dem Beseitigen der Hotpixel gefunden ist. Gegebenenfalls kann man diesen Vorgang mehrfach wiederholen.

Nachdem der Helligkeitskanal gesäubert ist, machen wir uns an die farbigen Hotpixel und wenden den Filter auch auf die Farbkanäle an. Farbige Hotpixel erscheinen in den Farbkanälen des LAB-Modus meist etwas größer, daher muss hier der Wert für den Radius auf 2 bis 4 Pixel gestellt werden. Der Schwellwert wurde im Beispiel auf 8 herabgesetzt. Mit diesen Einstellungen wurden beide Farbkanäle gefiltert. Abschließend erfolgt die Umwandlung zurück in den RGB-Modus und die Arbeit ist getan.

Das Ergebnis dieser Methode ist noch deutlich besser als das Reinigungsergebnis des Plugins und somit steht nun auch einer großformatigen Verwendung des Fotos nichts mehr im Wege. Zudem steht uns das bereinigte Foto in 16bit für weitere Bearbeitungsschritte zur Verfügung.

Wer genau hinsieht, wird auch in der letzten Version noch einige kleine hellere Flecken entdecken. Diese sind jedoch nur noch in Handarbeit mit dem Stempel- oder Peparaturpinsel-Werkzeug zu beseitigen.


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