Samstag,
07. März 2009

Im letzten Sommer habe ich in meinem Essay zu flexiblen Layouts (deutsch / englisch) ja für einigen Diskussionsstoff gesorgt. Im Rahmen dieses Beitrags hatte ich mir die Display-Statistiken von w3schools.com herangezogen, um darauf hinzuweisen, dass eine “Optimierung” von Webseiten auf eine feste Breite von 1024 Pixel Breite nicht wirklich Sinn macht, denn die absoluten Auflösungen und die damit verbundene Vielfalt steigen immer weiter an. Auf Basis der Statistik hatte ich damals eine Prognose für die Verteilung im Januar 2009 vorgestellt und diese gilt es nun, da die aktuellen Zahlen verfügbar sind, zu überprüfen.

Das Diagramm zeigt drei Graphen für Auflösungen von 800x600, 1024x768 Pixeln und alle darüberliegenden Auflösungen (Higher) als Volllinien. Die gestrichelten Linien entsprechen meiner Prognose für die Entwicklung bis Januar 2009 vom Juni letzten Jahres.

Wie man sieht, liege ich ganz schön daneben – im positiven Sinne. Denn der Anteil der höheren Auflösungen hat exponentiell zugelegt, während ich damals vorsichtig herangegangen war und damals nur eine lineare Zunahme angenommen habe. Dementsprechend ist auch der Anteil für die 1024x768 Auflösung kräftiger gefallen als vermutet. Während ich eine Abnahme auf ca. 42% geschätzt hatte, weist die Statistik aktuell nur noch 36% aus.

Das Gesamtbild verdeutlicht, wie vielfältig und nicht vorhersagbar die Randbedingungen sind, mit der Webseiten im Browser betrachtet werden. Zumal noch hinzukommt, dass der Browser selten im Vollbildmodus betrieben wird, sodass die noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor (die Größe des Viewports) hinzu kommt. Ich selbst arbeite mittlerweile sowohl dienstlich als auch privat nur noch in Auflösungen von 1680x1080 oder darüber, der Brower lasse ich ausschließlich in einem Fenster laufen, ziehe jedoch das Fenster meist sehr weit auf, um beim Surfen nicht von anderen Applikationan abgelenkt zu werden. Die Viewportbreite meines Browserfensters liegt daher gewohnheitsmäßig (je nach dem, an welchem Rechner ich gerade sitze) zwischen 1400 und 1600 Pixeln. Das war auch der Grund, weshalb ich das Layout dieser Seite flexibel gestaltet und für große Auflösungen entwickelt habe.

In diesem Zusammenhang auch spannend, die aktuelle Display-Statisik von YAML.de, eine Seite mit recht ordentlichem internationalen Besucherverkehr. Wie man sieht, ist der Anteil der 1024er Auflösung mit 12% bereits deutlich niedriger. Den größten Einzelposten kann die 1280er Auflösung für sich beanspruchen mit 43%. Zusammen mit der 1024er sind das knapp über die Hälfte aller User. Das zeigt zum einen, dass der allgemeine Focus für die Breite einer Webseite sich in diesem Bereich bewegen sollte (alles andere hätte auch verwundert). Aber man sieht auch wie kräftig 1440, 1680 und die HD-Auflösung mit 1920 Pixeln Breite mittlerweile vertreten sind. Und für diese drei Auflösungen prognostiziere ich für Januar 2010 einen weiteren deutlichen Anstieg, während die kleineren Auflösungen, einschließlich der 1280er Breite stark federn lassen werden.

Egal, für welche Breite man letztlich sein Layout auslegt. In jedem Fall sollte die Zentrierung einer linksbündigen Anordnung vorgezogen werden. Denn bei einer fixen Breite von 760px bedeutet das schon bei der 1280er Auflösung, dass 40 Prozent der Viewportbreite ungenutzt bleiben. Steigt die Auflösung beim User - oder werden Inhalte innerhalb des Layout nicht über die volle Breite darsgestellt (typisch für Mehrspaltenlayouts), verschiebt sich das Verhältnis im Regelfall noch weiter in die Richtung, dass der ungenutzte Raum dominiert.
 


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