Mittwoch,
26. September 2012

Ich bin aufgeregt wie ein kleines Kind. Eine sehr sehr lange Zeit geht heute zuende, in der ich vor meinem Rechner saß und an meinem neuen Projekt gearbeitet habe. In dieser Zeit, die im Frühjahr 2009 begann, gab es immer wieder Verzögerungen (über ein Jahr ist seit dem ersten Aufruf an Tester vergangen), Unterbrechungen und auch den einen oder anderen Rückschlag zu verkraften. Aber die Idee blieb immer spannend und damit auch die Motivation hoch, weiterzumachen.

Heute ist es nun soweit, “Thinkin’ Tags” öffnet seine Pforten und steht ab sofort als “Public Alpha” zur Nutzung bereit. Dabei handelt es sich um einen visuellen Editor zur Erstellung von Website Prototypen bis hin zu vollständigen CSS Layouts. Entstanden ist “Thinkin’ Tags” aus dem Wunsch heraus, im YAML Builder mehr Gestaltungsfreiheit zu haben. Herausgekommen ist ein völlig neuer Ansatz, CSS Layouts vollständig im Browser zu entwerfen. Dieser Ansatz basiert auf dem Gedanken, dass ein visueller Workflow nur dann funktionieren kann, wenn die Applikation den Anwender zurückhaltend unterstützt. Diese Unterstützung besteht darin, dass die Layoutentwicklung auf Basis eines CSS Frameworks erfolgt und die Applikation die Funktionalität dieses CSS Frameworks kennt. Das führt dazu, dass es einerseits möglich ist, dem Anwender komplexe Layoutelemente in die Hand zu geben, um seinen Arbeitsfortschritt zu beschleunigen und gleichzeitig dafür Sorge zu tragen, dass unbedacht gewählte CSS-Eigenschaften die Funktionalität des Frameworks nicht unwissentlich behindern. Diese beiden Aspekte fehlten bisher sämtlichen visuellen Gestaltungsansätzen, weshalb das fröhliche Klicken und Schieben von Elementen mit einem enormen Kontrollverlust verbunden war. Thinkin’ Tags unterstützt momentan zunächst zwei CSS-Frameworks. Dies ist zum einen – Achtung: Überraschung – YAML 4. Zum anderen ist es Blueprint CSS. Bereits während der Entwicklung von Thinkin’ Tags hat sich jedoch gezeigt, dass simple Grid-Frameworks ohne eigene UI Komponenten den Entwurfsprozess nicht wirklich zu beschleunigen vermögen. Ich denke, hier wird die Erweiterung der Framework-Palette eher in Richtung Twitter Bootstrap und Foundation erfolgen, deren Implementation spannend ist, hinsichtlich des Prototypings für Oberflächen von Webapplikationen.

Mit dem heute erreichten Meilenstein, wird die Weiterentwicklung für mich noch spannender, denn das Nutzerfeedback wird entscheidend dafür sein, wohin sich Thinkin’ Tags zukünftig entwickelt. Eine Focussierung auf das Erstellen von Prototypen ist gleichermaßen denkbar, wie die volle Konzentration auf größtmögliche Freiheit für den Anwender, um CSS Layouts bis ins Detail auszuarbeiten, was das Projekt in Richtung einer echten IDE treiben würde. Was genau Thinkin’ Tags aktuell zu leisten im Stande ist, lässt sich in wenigen Worten nur schwer erklären. Deshalb meine Empfehlung: Schaut Euch den Screencast auf der Website an, dieser zeigt, was in 25 Minuten so alles möglich ist.

Deshalb erhoffe ich mir von diesem Public Alpha Release möglichst viel und detailliertes Nutzerfeedback darüber, was Thinkin’ Tags heute schon ist, was der Applikation fehlt und wo ihr – insofern sie Euch gefällt – ihren zukünftigen Platz im Workflow der Frontendentwicklung seht.

Für den Moment lehne ich mich also ein wenig zurück und freue mich auf Euer Feedback. In den kommenden Tagen und Wochen werde ich dann im Detail über das eine oder andere Feature, bzw. über deren technische Hintergründe berichten, denn in Sachen Applikationsentwicklung mit JavaScript ist das schon ein ordentlicher Brocken geworden.


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