Freitag,
04. September 2009

Transparenz-Effekte können – wenn man sie gezielt einsetzt – ein äußerst attraktives Stilmittel innerhalb des Layouts sein. Die Eigenschaft opacity beschreibt die Deckkraft eines Elementes und ist deshalb neben alphatransparenten PNGs oder den alphatransparenten RGBa-Farben von CSS3 eine der drei möglichen Grundtechniken, um Transparenz-Effekte zu erzeugen. Also, was soll man nun nehmen?

Alphatransparente PNG Grafiken sind der wohl einfachste Weg, denn es muss lediglich eine entsprechende Grafik erstellen und einbinden. Der grafische Ansatz hat den Vorteil, dass sich jeder erdenkliche Transparenzverlauf erstellen lässt. Nachteilig ist jedoch: dem Internet Explorer muss der fehlerfreie Umgang mit transparenten PNGs erst durch performanceraubende Hacks (PNG Fix) beigebracht werden. Zudem ist hier immer eine Grafik im Spiel, was schnelle Änderungen unnötig verkompliziert.

Geht es lediglich um einfarbige transparente Flächen oder Hintergründe, so stehen RGBa-Farben und die opacity-Eigenschaft als reine CSS-Alternativen zur Verfügung. Doch auch hier geht es nicht ohne Stolpersteine weiter. RGBa ist Bestandteil von CSS3 und wird momentan nur von den aktuellen Versionen des Firefox sowie den Webkit-Browsern Safari und Chrome unterstützt. Weder Opera, noch der Internet Explorer spielen mit. Für den Internet Explorer gibt es - einmal mehr - einen proprietären Kniff, womit wir der Lösung schonmal einen großen Schritt näher währen. Allerdings gibt es für Opera keine Lösung, es an dieser Stelle mit RGBa momentan noch nicht weiter geht.

Verbleibt also nur noch die CSS-Eigenschaft opacity. Opera unterstützt diese Eigenschaft und beim Internet Explorer sind wir mit dem eben bereits erwähnten Filter-Tricks dabei. Als Ausgangsbasis haben wir somit erst einmal alle Browser mit an Bord. Dummerweise wirkt opacity jedoch nicht nur auf den Hintergrund eines Elementes, sondern Vordergrund UND Hintergrund, einschließlich der eingeschlossenen Child-Elemente sind von den gewählten Transparenz-Einstellungen betroffen. Um einen transparenten Hintergrund zu erzeugen, vor dem dennoch nicht-transparente - und damit gut lesbare - Inhalte platziert werden können, muss daher noch eine kleine CSS-Krücke bemüht werden - ein absolut positioniertes Hilfselement.

<div class="parent colorA">
<p>Container A hat einen einfarbigen Hintergrund.</p>
</div>

<div class="parent opacity-wrapper" style="top: -130px; left: 150px;">
  <div class="colorB opacity"></div>
  <p>Container B hat einen alphatransparenten Hintergrund.</p>
  <div class="child">Child-Container ohne Transparenz</div>
</div>

Der Container .parent erhält die gewünschte Geometrie, jedoch keinen, bzw. einen volltransparenten Hintergrund ( background: transparent; ). Die eigentliche Hintergrundfarbe oder -grafik wird an den Childcontainer mit der Klasse .opacity vergeben. Dieser wird innerhalb von .parent absolut positioniert und erhält sinnvollerweise relative Dimensionen (width: 100% und height: 100%), damit das Spielchen unabhängig von der Größe des Elternelementes immer funktioniert. Damit die absolute Positionierung auch greift, muss das Elternelement (.parent) ebenfalls positioniert sein. Über die Klasse .opacity-wrapper wird dem Elternelement daher die Eigenschaft position:relative zugewiesen.

Damit das Hilfselement auch wirklich hinter den eigentlichen Inhalten gerendert wird, muss es VOR den Inhaltselementen im HTML Code erscheinen, demzufolge steht es an erster Stelle. Alternativ könnte man es per z-index in den Hintergrund rücken. Gäbe es den Internet Explorer 6 nicht, wären wir fertig. Dummerweise hat dieser Browser gerade bei positionierten Elementen ein Problem mit der korrekten Berechnung der Elementbreite des .opacity Elements. - die prozentualen Angaben für width und height werden falsch berechnet, sobald Randabstände oder definierte Höhen im Spiel sind. Hier hilft leider wirklich nur die Brechstange, deshalb weise dem Container eine fiktive Dimension von 2000px in Höhe und Breite zu, was eigentlich auch in jedem Fall groß genug sein dürfte. Damit die so provozierte Übergröße am Bildschirm nicht zum Problem wird, wird die Klasse .opacity-wrapper durch die Eigenschaft overflow:hidden erweitert. Damit sind wir fertig, hier das vollständige CSS:

.parent { 
  color: #fff;
  height: 200px;
  width: 50%;
  padding: 20px;
  margin-right: 10px;
}

.child { 
  background: #ff0; 
  color: #000; 
  height: 50px; 
  padding: 10px;
}

.colorA { background: #88a; }
.colorB { background: #668; }


/* partial opacity hack: configuration */
.opacity { 
	opacity: 0.5;		/* modern browser */
	-moz-opacity: 0.5;	/* older Mozilla browser */
	-ms-filter:"progid:DXImageTransform.Microsoft.Alpha(Opacity=50)"; /* IE8 in Standard Compliant Mode */
	filter:alpha(opacity=50); /* IE5.x -7.0 */
} 

/* partial opacity hack, part I: Don't change the following properties! */
.opacity-wrapper,
.opacity-wrapper * {
	position:relative;
}

.opacity { 
	/* partial opacity hack, part II: Don't change the following properties! */
	width: 100%;
	height: 100%;
	position:absolute;
	top:0;
	left:0;
} 

/* partial opacity hack, part III: IE6 support */
* html .opacity-wrapper { 
	overflow:hidden;
}
* html .opacity { 
	width: 2000px; 
	height: 2000px;
} 

Ich habe im CSS die Farbklassen (.colorA, .colorB)  und den technischen Teil (.opacity, .opacity_wrapper) bewusst als unabhängige CSS-Klassen formuliert, denn so lässt sich diese Technik ohne Änderungen auf jede beliebige Geometrie und mit jeder Hintergrundfarbe oder -bild ohne Änderungen wiederverwenden.

Das vollständige Beispiel mit flexibler Containerbreite kann man sich dieser Demoseite ansehen.

Update: Drüben Yatil.de stellt Eric Eggert eine deutlich schlankere Alternative vor, die auf RGBa basiert und mit mit dem soeben erschienenen Opera 10 nun auch endlich auch im letzten wichtigen Browser funktioniert. Wer keine älteren Browserversionen unterstützen muss (Opera 9 oder Firefox 1.x) kann bedenkenlos zugreifen. Ich verwende diese Technik ebenfalls bereits einige Zeit in YAML-Debug und kann sie daher guten Herzens empfehlen.

Die hier vorgestellte opacity-Lösung bietet sich demzufolge für ältere Browser an oder wenn man anstatt einer Hintergrundfarbe ein teiltransparentes grafisches Muster hinterlegen will, ohne auf PNG’s und die dafür notwendigen JS-Fixes zurückgreifen zu müssen.


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